10.000 Meter Damen Leichtathletik WM 2017

Almaz Ayana über 10.000 m eine Klasse für sich

Wie erwartet setzte sich auch in London Olympiasiegerin Almaz Ayana über 10.000 Meter durch. Obwohl sie dominierte, verpasste sie ihre Zeit aus Rio de Janeiro klar.

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Ayana dominierte, verpasste ihre Weltrekordzeit jedoch deutlich.

Bild: photorun.net

Ein Jahr nach ihrem sensationellen Olympiasieg in der Weltrekordzeit von 29:17,45 Minuten hat Almaz Ayana auch bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften die Goldmedaille über 10.000 m gewonnen. Im ausverkauften Londoner Olympiastadion siegte die 25-jährige Äthiopierin in hochklassigen 30:16,32 Minuten. Damit stellte Almaz Ayana eine Jahresweltbestzeit auf und gewann mit einem sehr großen Vorsprung von rund 300 Metern vor ihrer Landsfrau Tirunesh Dibaba (31:02,69 Minuten) und der Kenianerin Agnes Tirop, die nach 31:03,50 Minuten im Ziel war. Als Vierte folgte Alice Nawowuna (Kenia) in 31:11,86 Minuten, Fünfte und damit beste nicht-afrikanische Läuferin wurde überraschend die Holländerin Susan Krumins, die mit 31:20,24 Minuten eine persönliche Bestzeit aufstellte. Deutsche Läuferinnen waren in diesem Wettbewerb nicht vertreten.

Im Gegensatz zum superschnellen olympischen Finale vor einem Jahr begann dieses Rennen im Bummeltempo. Die ersten beiden 1.000-Meter-Zwischenzeiten von 3:30,03 Minuten beziehungsweise 6:48,76 Minuten sind für Athletinnen dieses Kalibers nur ein besseres Joggingtempo. Doch das änderte sich schlagartig, als Almaz Ayana auf dem fünften Kilometer plötzlich antrat und davonstürmte. Nun lief sie ein Tempo mit dem sie ihren Weltrekord sogar deutlich unterboten hätte, wenn sie es von Anfang an gerannt und durchgehalten hätte. Die zweite Hälfte des Rennens absolvierte die Äthiopierin, die verletzungsbedingt in diesem Jahr noch gar nicht an den Start gegangen war, in rund 14:25 Minuten.

Als sich Almaz Ayana absetzte, folgte ihr zunächst noch die aus Kenia stammende Türkin Yasemin Can. Doch sie hatte sich mit diesem Tempo übernommen. Schon kurz vor der 5-Kilometer-Marke verlor Can den Kontakt zu Ayana und fiel schließlich noch bis auf Rang elf zurück. Während sich Ayana immer weiter von ihren Verfolgerinnen entfernte und das Gros des Feldes sogar überrundete, blieb der Kampf um die Silbermedaille spannend. Mit einem langen Endspurt sicherte sich schließlich Tirunesh Dibaba Platz zwei vor Agnes Tirop.

Hanna Klein im 1.500-Meter-Finale, Konstanze Klosterhalfen ausgeschieden

Ganz anders als erwartet lief es für die beiden deutschen 1.500-Meter-Läuferinnen im Halbfinale ihrer WM-Premiere. Fast sensationell erreichte Hanna Klein (SG Schorndorf) das Finale während Konstanze Klosterhalfen (Bayer Leverkusen) ausschied. Im ersten der beiden Halbfinalrennen lag Hanna Klein zunächst am Ende des Feldes. Doch Stück für Stück kam sie in der entscheidenden Phase des Rennens immer weiter nach vorne. Eingangs der Zielgerade lief sie dann sogar noch an der 1.500-Meter-Weltrekordlerin Genzebe Dibaba (Äthiopien) vorbei, sicherte sich somit Rang fünf in 4:04,45 Minuten und schaffte die direkte Finalqualifikation. Weit weg von ihrer früheren Weltrekordform, erreichte Dibaba den Endlauf lediglich über die Zeit-Qualifikation, weil im zweiten Vorlauf die sechstplatzierte Läuferin langsamer war.

Lehrgeld zahlen musste bei ihrer erster großen Meisterschaft Konstanze Klosterhalfen. Als im zweiten Halbfinale noch fast zwei Runden zu laufen waren, forcierte sie plötzlich ohne Grund das Tempo und setzte sich von der Konkurrenz ab. Doch 250 Meter vor dem Ziel begann der Vorsprung zu schmelzen. Schnell wurde sie ein- und dann überholt. Auf der Zielgeraden rannten immer mehr Konkurrentinnen an einer nun verkrampft wirkenden Klosterhalfen vorbei, so dass die Finalqualifikation außer Reichweite war. Als Achte war sie schließlich nach 4:06,58 Minuten im Ziel. Theoretisch könnte Konstanze Klosterhalfen nun jedoch noch über 5.000 Meter antreten. Über diese Distanz wurde sie ebenfalls gemeldet.

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