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Almaz Ayana bricht 10.000-m-Weltrekord

Mit einem sensationellen Weltrekord im 10.000-m-Finale hat die Äthiopierin Almaz Ayana bei den Olympischen Spielen in Rio für einen Paukenschlag gesorgt.

Almaz Ayana Weltrekord Olympia 2016

Nach 23 Jahren gibt es eine neue Weltrekordlerin über 10.000 Meter.

Bild: photorun.net

Gleich zu Beginn der Leichtathletik-Entscheidungen sorgte das 10.000-m-Finale der Frauen für ein spektakuläres Auftakt auf der Rundbahn. Die 24-jährige Almaz Ayana, die im vergangenen Jahr 5.000-m-Weltmeisterin in Peking wurde, stürmte bei idealen Wetterverhältnissen nach 29:17,45 Minuten ins Ziel. Damit war sie gleich um gut 14 Sekunden schneller als die Chinesin Wang Junxia, die 1993 eine Zeit von 29:31,78 Minuten gelaufen war. Zweite wurde in Rio Vivian Cheruiyot, die mit 29:32,53 Minuten einen kenianischen Rekord und eine Commonwealth-Bestmarke erzielte. Rang drei ging an die Titelverteidigerin Tirunesh Dibaba (Äthiopien). Auch sie blieb mit einer persönlichen Bestzeit von 29:42,56 Minuten ebenso wie die viertplatzierte Kenianerin Alice Aprot Nawowuna (29:53,51 Minuten) noch unter der 30-Minuten-Marke. Nie zuvor hatten vier Läuferinnen über 10.000 Meter in einem Rennen Zeiten unter 30 Minuten erzielt. Hinter der fünftplatzierten Kenianerin Betsy Saina (30:07,78 Minuten) stellte Molly Huddle (USA) als Sechste mit 30:13,17 Minuten einen amerikanischen Kontinentalrekord auf. Deutsche Läuferinnen waren über 10.000 Meter in Rio nicht am Start.

Souveräne Vorstellung von der Spitze weg

Frühzeitig im Rennen hatte sich bei sehr hohem Tempo eine achtköpfige Spitzengruppe gebildet. Schon nach der Hälfte des Rennens - die ersten 5.000 Meter waren in superschnellen 14:46 Minuten absolviert - setzte sich Almaz Ayana an die Spitze und verschärfte die Pace sogar noch. Zwischen Kilometer sechs und sieben musste dann auch die schärfste Rivalin der Äthiopierin, Vivian Cheruiyot, einsehen, dass Ayana an diesem Tag nicht zu besiegen war.

Almaz Ayana auf dem Weg zum Olympiasieg in Rio.

Bild: photorun.net

Auch über 5.000 Meter schon dicht am Weltrekord

„Das bedeutet alles für mich. Ich hätte nie gedacht, dass das passieren könnte - ich bin selbst erstaunt und natürlich zugleich sehr glücklich“, sagte Almaz Ayana, die sich in den vergangenen Jahren in der Weltspitze etabliert hatte und schon zweimal dicht an den 5.000-m-Weltrekord heran gelaufen war. Diese Marke von Tirunesh Dibaba steht bei 14:11,15 Minuten, die bisherige Bestzeit von Ayana aus diesem Jahr bei 14:12,59 Minuten. Doch im Gegensatz zu den 5.000 Metern, die zu den Zeiten der Dominanz der Chinesinnen Anfang der 90er Jahre international bei den Frauen noch keine große Rolle spielten, war der 10.000-m-Weltrekord ein ganz anderes Kaliber. Als Wang Junxia 1993 die Bestzeit auf 29:31,78 Minuten schraubte, war dies eine Fabelzeit. Schon damals gab es Spekulationen bezüglich Dopings bei den Chinesinnen, die sich in jüngster Zeit nach entsprechenden Aussagen in China erhärtet haben. Weitere Erkenntnisse bezüglich eingeleiteter Untersuchungen sind bisher aber nicht bekannt.

Olympia-Finale erst zweites Rennen über 10.000 Meter

Vielleicht wird Almaz Ayana Äthiopiens Frauen-Version eines Haile Gebrselassie. Möglicherweise hat sie ihre stärkste Bahn-Disziplin mit den 10.000 Metern erst in diesem Jahr entdeckt. Denn in früheren Jahren konzentrierte sie sich auf die 3.000 und 5.000 Meter. Erst bei Äthiopiens Olympia-Qualifikationsrennen in Hengelo Ende Juni lief sie erstmals über die 25-Runden-Distanz. Schon damals überraschte sie mit einen glänzenden Zeit von 30:07,00 Minuten, mit der sie sich auf Anhieb an die Spitze der Jahresweltbestenliste setzte und zur Olympia-Favoritin wurde. Jetzt lief sie in Rio in eine neue Dimension.

Die besten Zeiten aller Zeiten über 10.000 Meter

29:17,45 Almaz Ayana ETH Rio 2016
29:31,78 Junxia Wang CHN Peking 1993
29:32,53 Vivian Cheruiyot KEN Rio 2016
29:42,56 Tirunesh Dibaba ETH Rio 2016
29:53,51 Alice Aprot Nawowuna KEN Rio 2016
29:53,80 Meselech Melkamu ETH Utrecht 2009
29:54,66 Tirunesh Dibaba ETH Peking 2008
29:56,34 Elvan Abeylegesse TUR Peking 2008
29:59,20 Meseret Defar ETH Birmingham 2009
30:01,09 Paula Radcliffe GBR München 2002

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