Cross-WM

Achtmal Gold: Kenianer dominieren die Cross-WM

Nach elf Jahren gewann in Bydgoszcz wieder ein Kenianer das Männerrennen der Cross-WM.

Crosslauf-Weltmeisterschaft 2010 - 1

Kenias Crossläufer rannten bei der WM vorneweg.

Bild: photorun.net

Kenias Läufer haben die Cross-Weltmeisterschaften im polnischen Bydgoszcz dominiert und alle acht Goldmedaillen gewonnen – je vier in den Einzelrennen und in den Team-Wettbewerben. Der größte Triumph war der Sieg im Männerrennen, denn es war elf Jahre her, dass Paul Tergat dieses Gold zuletzt für die Kenianer gewinnen konnte. In dem rund 12 km langen Rennen setzte sich überraschend Joseph Ebuya durch, während Emily Chebet die 8-km-Strecke der Frauen gewann. Kenias Junioren Caleb Ndiku und Mercy Cherono rundeten den Triumph mit Siegen in den Läufen über 8 km beziehungsweise 6 km ab. Das Wetter war besser als erwartet: trocken, kühl und sonnig. Dadurch blieb den Athleten die befürchtete Schlammschlacht erspart.

In der vierten der sechs Runden des Männerrennens über knapp 12 km forcierte Teklemariam Medhin (Eritrea) das Tempo an der Spitze und riss damit die Führungsgruppe auseinander. Nur einer konnte Schritt halten: Joseph Ebuya folgte dem Läufer aus Eritrea. Als es in die letzte Runde ging hatte das Duo drei Sekunden Vorsprung auf Leonard Komon und weitere drei Sekunden auf Moses Kipsiro (Uganda). Auch nachdem sich der 22-jährige Joseph Ebuya auf den letzten zwei Kilometern gelöst hatte, war er sich nicht sicher, das Rennen zu gewinnen. „Als ich mit 10 Metern Vorsprung lief, habe ich angefangen zu beten – ich danke Gott, dass er mir diesen Sieg geschenkt hat, den ich meinem Land widme“, sagte Joseph Ebuya, der vor zwei Jahren bei der Cross-WM Platz vier belegt hatte. Abgesehen vom Juniorenbereich hatte der Kenianer bis dato keine Medaille bei einer internationalen Meisterschaft gewonnen. Der Sieg in Bydgoszcz ist der mit Abstand größte Triumph seiner noch jungen Karriere.

„Es war ein sehr harter Kampf, überhaupt die Qualifikation für diese Cross-WM zu schaffen“, erzählte Joseph Ebuya gegenüber der Webseite des internationalen Leichtathletik-Verbandes (iaaf.org). „Es war dann sehr gut, dass wir mit dem kenianischen Team am Kilimandscharo trainiert haben, denn dort herrschten ähnlich kühle Temperaturen wie hier in Bydgoszcz.“ Hinter Joseph Ebuya, der nach 33:00 Minuten im Ziel war, belegten Teklemariam Medhin (33:06) und Moses Kipsiro (33:10) die nächsten Plätze. Vierter wurde der mit Kipsiro zeitgleiche Leonard Komon (33:10). Kenias vermeintlich stärkster Läufer, Paul Tanui, musste sich mit Rang acht in 33:30 zufrieden geben. Der äthiopische Titelverteidiger Gebre Gebremariam hatte dieses Mal keine Siegchance und kam als Zehnter in 33:35 Minuten ins Ziel.

Der Kanadier Simon Bairu auf Rang 13 war der beste Nicht-Afrikaner in 33:44. Einen Platz dahinter folgte Spaniens aus Äthiopien stammender Europameister Alemayehu Bezabeh (33:47).

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