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Abel Kirui verteidigt Marathon-Gold

Abel Kirui konnte seine Marathon-Goldmedaille souverän verteidigen. Unter schwierigen Bedingungen siegte der Kenianer in 2:07:38 Stunden.

Abel Kirui

Abel Kirui siegte in Daegu vor Vincent Kipruto.

Bild: photorun.net

Abel Kirui hat seine Marathon-Goldmedaille in Daegu verteidigt. Bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften gewann der 29-jährige Kenianer das Rennen über die klassischen 42,195 km souverän in 2:07:38 Stunden. Abel Kirui zeigte unter schwierigen Bedingungen mit Temperaturen zwischen 24 und 26 Grad Celsius sowie einer Luftfeuchtigkeit von bis zu 65 Prozent eine famose Energieleistung und erreichte den größten Vorsprung in der WM-Geschichte des Männer-Marathons. Sein zweitplatzierter Landsmann Vincent Kipruto kam 2:28 Minuten später ins Ziel (2:10:06). Als Dritter folgte der Äthiopier Feyisa Lelisa mit 2:10:32.

Im Marathon-Weltcup, die in die WM integrierte Team-Wertung, siegte Kenia souverän vor Japan und Marokko. Für die Äthiopier gab es eine weitere bittere Niederlage in Daegu. Da nur zwei ihrer fünf Läufer ins Ziel kamen, fielen sie komplett aus der Wertung. Denn mindestens drei Läufer einer Mannschaft müssen die 42,195 km absolvieren. Äthiopien erlebt bei dieser WM einen echten Tiefpunkt und ist ein Jahr vor den Olympischen Spielen in London mit wenigen Ausnahmen weit hinter Kenia zurückgefallen.

Abel Kirui war somit der einzige Läufer, der auf dem dreimal zu durchlaufenden Rundkurs in Daegu unter 2:10 Stunden blieb. Auf den nächsten Plätzen folgten Abderrahime Bouramdane (Marokko/2:10:55), David Barmasai Tumo (2:11:39) und Eliud Kiptanui (beide Kenia/2:11:50), der in der Anfangsphase des Rennens einmal den falschen Weg einschlug. Er lief auf die falsche Straßenseite, die durch ein Geländer abgetrennt war. Kiptanui musste ein kurzes Stück von vielleicht 25 Metern zurücklaufen, doch dieser Fauxpas hatte wohl keine entscheidende Auswirkung auf sein weiteres Rennen.

Auf Platz sieben folgte mit dem Japaner Hiroyuki Horibata (2:11:52) der beste nicht-afrikanische Läufer. Einen sehr guten achten Platz erreichte der Italiener Ruggero Pertile mit 2:11:57. Der beste US-Amerikaner, Mike Morgan, fiel kurz vor dem Ziel vor Erschöpfung auf die Straße, konnte sich aber dann aus eigener Kraft über den Zielstrich schleppen und durfte so gewertet werden. Er belegte Rang 31 in 2:18:30.

„Es ist ein großer Moment für mich, den Titel verteidigt zu haben. Es war schwer gegen starke Konkurrenz, aber Gott hat mir Kraft gegeben“, erklärte Abel Kirui, dem als drittem Marathonläufer eine Titelverteidigung bei Weltmeisterschaften gelang. 1997 und ’99 hatte der Spanier Abel Anton zweimal Gold gewonnen, 2003 und 2005 schaffte dies auch der Marokkaner Jaouad Gharib. Bei Olympischen Spielen, die natürlich nur alle vier Jahre stattfinden, haben bisher zwei Marathonläufer zweimal hintereinander Gold gewonnen: Abebe Bikila (Äthiopien) siegte 1960 und 1964, Waldemar Cierpinski schaffte diesen Triumph im Trikot der DDR 1976 und ’80.

Die Kenianer haben nun ein Dilemma mit Blick in Richtung Olympische Spiele 2012 in London. Denn sie können, wie alle anderen Nationen auch, lediglich drei Läufer für den Marathon nominieren. Angesichts der Vielzahl absoluter Weltklasseläufer – die besten von ihnen hatten auf einen WM-Start von vornherein verzichtet und bereiten sich stattdessen auf eines der lukrativen Herbstmarathonrennen vor – wird die Auswahl schwer fallen. „Mein Sieg heute ist ein gutes Zeichen für Olympia“, erklärte Abel Kirui. Doch es erscheint trotz seiner starken Vorstellung fraglich, ob er im nächsten Jahr zum kenianischen Team gehören wird. Dafür müsste er wohl noch einen der großen Frühjahrs-Klassiker – Boston oder London – mit einer Topzeit gewinnen.

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