WM-Story

Abel Kirui - Mit neuem Trainer zurück zum Erfolg

Schlechte Leistungen versagten Kirui fast die WM-Nominierung. Der Umstrukturierung seines Trainings verdankt er den Sieg in Daegu.

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Abel Kirui bei seinem Marathon-Sieg in Daegu.

Bild: photorun

Eindrucksvoll hat sich Abel Kirui am vergangenen Sonntag bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften im südkoreanischen Daegu zurückgemeldet. Der Kenianer verteidigte seinen Titel, den er in Berlin 2009 gewonnen hatte, in 2:07:38 Stunden und erreichte dabei den größten Vorsprung den ein Marathon-Sieger bei der WM je herausgelaufen hat. 2:28 Minuten vor seinem Landsmann Vincent Kipruto war Abel Kirui im Ziel. Zwischen Berlin 2009 und Daegu 2011 war es allerdings meist nicht so gut gelaufen für den 29-Jährigen. Dass er jetzt zu alter Form zurückfand, hängt mit einer Umstrukturierung seines Trainings unter einem neuen Coach zusammen.

Nachdem Abel Kirui im vergangenen Jahr als Fünfter des London-Marathons sowie als Neunter in New York nicht hatte überzeugen können, stieg er in diesem Frühjahr an der Themse sogar aus. Sein Manager Valentijn Trouw, der zur Gruppe des Holländers Jos Hermens gehört, fand dann in einem Gespräch mit dem Weltmeister heraus, dass Abel Kirui offenbar zu viel Ablenkung vom Training hatte. Er lebte mit seiner Frau und den beiden Kindern in Kapsabet, wo er auch trainierte.

In der Vorbereitung auf den WM-Marathon von Daegu, für den Abel Kirui zunächst vom kenianischen Verband gar nicht nominiert worden war, obwohl er als Titelverteidiger ein Startrecht hatte, verlegte Abel Kirui sein Training nach Iten in der Nähe von Eldoret. Er mietete dort mit einem anderen Läufer zusammen ein Haus und schloss sich der Gruppe des italienischen Trainers Renato Canova an. Nach den Haupttrainingstagen der Woche fuhr er dann nach Hause zu seiner Familie.

Renato Canova betreut eine Reihe von Marathonläufern und führte einst den aus Kenia nach Katar abgewanderten Saif Saaeed Shaheen zum Weltrekord über 3000 m Hindernis. Der Italiener stellte das Training von Abel Kirui um. Bis dahin hatte Kirui so gut wie immer mit maximalem Vermögen trainiert. Jetzt wurde mit Erfolg anders dosiert und es wurden zum Beispiel Steigerungsläufe integriert.

In Daegu konnte Abel Kirui nun wieder anschließen an seine besten Leistungen. Und vielleicht kann er im nächsten Frühjahr seine persönliche Bestzeit, die er mit 2:05:04 Stunden 2009 in Rotterdam aufstellte, dann noch verbessern. Mit dieser Zeit qualifizierte er sich damals für den WM-Marathon in Berlin, wo er ebenso souverän und sogar mit einer WM-Rekordzeit von 2:06:54 Stunden gewonnen hatte. Sein großes Ziel sind die Olympischen Spiele in London im kommenden Jahr. Nur drei Startplätze stehen für die zahlreichen kenianischen Weltklasseläufer zur Verfügung. „Die Konkurrenz ist natürlich sehr groß“, sagt Abel Kirui, der auch der Streckenrekordler des Wien-Marathons ist. 2008 gewann er dort mit 2:07:38 Stunden. Zumindest ist Abel Kirui jetzt wieder im Rennen um eines der drei London-Tickets.

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