Red Bull 400 Titisee-Neustadt 2016

700 Läufer erstürmen Skisprungschanze

Die zweite Auflage des Red Bull 400 in Titisee-Neustadt konnte fast dreimal so viele Verrückte an den Start ziehen als noch bei der Premiere im Vorjahr.

Red Bull 400 Titisee-Neustadt 2016
Red Bull 400 Titisee-Neustadt 2016

Der Türke Ahmed Arslan gewann an der Hochfirstschanze seinen zehnten Red Bull 400.

Bild: Flo Hagena / Red Bull Content Pool

Vom Auslauf bis ins Starthäuschen oder in Zahlen 400 Meter und 140 Höhenmeter – nicht zu Unrecht wirbt der Red Bull 400 mit dem Slogan „die härtesten 400 Meter der Welt“. Am Samstag, den 16. Juli ging das etwas andere Laufevent in Titisee-Neustadt im Schwarzwald in seine zweite Runde. Bereits im vergangenen Jahr erklommen 250 Läufer die Hochfirstschanze, die größte Naturschanze Deutschlands. Fast 700 Läufer aus 28 Nationen stellten sich dieses Mal der Herausforderung. Eine Steigung von bis zu 70 Prozent verlangte den Teilnehmern alles ab. Das Wetter zeigte sich den ganzen Nachmittag über sehr freundlich und bei rund 20 Grad und überwiegend Sonnenschein auch optimal für die vielen Bergsprinter und Zuschauer.

In der Bildergalerie ober- und unterhalb dieses Artikels finden sie eine Auswahl der schönsten und spektakulärsten Bilder des Red Bull 400 Titisee-Neustadt 2016.

Wo sonst die besten Skispringer der Welt mit über 100 Kilometern pro Stunde den Berg herunterfliegen, rannten die Schnellsten mit rund fünf bis sechs Stundenkilometern hinauf. Die ersten knapp 100 Meter sprinteten die Läufer noch bergab. Doch spätestens ab dem K-Punkt der Schanze wurde es so richtig fordernd. Statt nur auf zwei Beinen, kletterten die Teilnehmer auf allen Vieren den Hang hinauf. Bis zu 70 Prozent Steigung – etwa auf halber Strecke bis in Ziel – ließen die Oberschenkel brennen. Bevor die letzten 100 Meter angebrochen wurden, mussten die Läufer über eine steile Rampe den Schanzentisch erklimmen. Besonders die finalen Meter forderte dann den Startern noch einmal alles ab.

14 Startschüsse und 14 spektakuläre Rennen beim Red Bull 400 Titisee-Neustadt 2016

Um 13:45 Uhr fiel der erste Startschuss. Aus zwei Vorläufen der Frauen sollten sich die Schnellsten die Final-Teilnahme sichern. 15 Minuten später stürmte das zweite Frauenfeld die Schanze hinauf. Früh war klar, dass der Sieg nur über die 24-jährige Jasmin Can gehe. Mit 5:08 Minuten lief sie die mit Abstand schnellste Vorlaufzeit. Ohne Unterbrechung starteten daraufhin rund 400 Männer in sieben Vorläufen auf den steilen Weg nach oben. Der jeweilige Sieger und weitere 53 Zeitschnellste durften um 17:05 Uhr nochmal im A-Finale ran, die nächsten 60 direkt zuvor im B-Finale. Auch bei den Männern kristallisierte sich ein spannender Kampf heraus. Top-Favorit und mehrfacher Berglauf-Europameister Ahmed Arslan und Vorjahres-Sieger Christian Riedl galten als die heißesten Anwärter auf den Sieg.

Jasmin Can pulverisiert Streckenrekord aus dem Vorjahr

Die 60 vorlaufschnellsten Frauen und 120 Männer durften dann am späteren Nachmittag ein zweites Mal in den Hang. Den Auftakt machten die Frauen. Schnell setzte sich die favorisierte Jasmin Can deutlich von ihren Kontrahentinnen ab. Nach herausragenden 4:41 Minuten pulverisierte sie die Bestmarke aus dem Vorjahr um 1:17 Minute. Mit viel Abstand, aber dennoch sehr schnell, erklomm die Tschechien Lenka Svabikova nach 5:24 Minuten die Hochfirstschanze. Auf dem dritten Platz landete Vorjahressieger Egle Uljas. Die Estin benötigte in 5:42 Minuten 16 Sekunden weniger als bei der Premiere 2015.

Die schnellsten Männer des zweiten Red Bull 400 in Titisee-Neustadt: v.l. Christian Riedl (2.), Ahmed Arslan (1.) und Tomas Celko.

Bild: Flo Hagena / Red Bull Content Pool

Red-Bull-400-Seriensieger Ahmed Arslan triumphiert zum zehnten Mal

Sehr viel enger gestaltete sich das A-Finale der Männer. Auch hier knackte Ahmed Arslan den Streckenrekord aus dem Vorjahr. Nach nur 3:40 Minuten lief der Türke scheinbar unangestrengt ins Start- bzw. an diesem Tag Zielhäuschen ein. Trotz achtsekündiger Verbesserung reichte es für Vorjahressieger Christian Riedl (3:43 Minuten) dieses Mal nur zu Platz zwei. Dennoch zeigte sich der Weltrekordhalter im Treppenlaufen zufrieden mit seiner Leistung. Platz drei ging ganz knapp dahinter an den Zweiten aus dem Vorjahr. Der Slowake Tomas Celko warf sich nur eine halbe Sekunde später nach 3:44 Minuten auf die Matte im Ziel. Auch der viertplatzierte Slowene Simon Novak blieb in 3:50 Minuten unter der alten Bestmarke. Der zehnte Sieg bei einem Red Bull 400 dürfte für Ahmed Arslan ein ganz besonderer sein. „Heute haben wir im Doppel gesiegt. Meine Freundin, Jasmin Can, hat sich heute bei ihrer Premiere bei Red Bull 400 ebenfalls den ersten Platz gesichert. Es war ein fantastisches Rennen.“

Beeindruckende Staffel-Zeiten beim Red Bull 400 Titisee-Neustadt 2016

Neben den Einzelstartern, nahmen auch 40 Staffeln am spektakulären Bergsprint im Schwarzwald teil. Eine tolle Vorstellung zeigten die vier tschechischen Läufer vom Team „Ask Slavia Praha“. In nur 2:15 Minuten sprinteten sie förmlich die Schanze hinauf. Statt im Allrad-Betrieb auf allen Vieren, rannten die schnellsten Staffel-Läufer über die bis zu 70 Prozent hinweg. Die schnellste Feuerwehr-Staffel waren die Löschzwerge Rottweil. Sie benötigten 3:12 Minuten.

Tolle Atmosphäre an der Hochfirstschanze bei der zweiten Ausgabe

Die knapp 700 Läufer reisten zum Teil extra aus dem Ausland an, um einmal die größte Naturschanze Deutschlands hochzurennen. Auch die vielen Begleiter und Zuschauer sorgten für eine tolle Atmosphäre rund um die Sprungschanze. Viel gelobt wurde auch die reichhaltige und üppige Verpflegung und Bewirtung. Zwar mit 39 Euro für Einzelstarter nicht ganz billig, wird den Teilnehmern einiges geboten. Vom Teilnehmer-Shirt, über einen Rucksack und eine Armbanduhr der Hauptsponsoren bis zu alkoholfreiem Bier, Würstchen und Apfelstrudel bekamen die Läufer einiges für ihr Geld. Auch die Erfrischung im Zielbereich durch das Getränk des Titelsponsors und natürlich auch Wasser war bestens und kam sehr gut an.

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