Great North Run

57.000 laufen von Newcastle nach South Shields

Die Titelverteidiger Mo Farah und Mary Keitany sind die Favoriten beim Great North Run, der von Newcastle nach South Shields führt.

Great North Run

Ein großes Spektakel bietet der Great North Run mit rund 57.000 gemeldeten Läufern.

Bild: Morrisons Great North Run

Die beiden Titelverteidiger Mo Farah und Mary Keitany sind auch am Sonntag die Favoriten beim Morrisons Great North Run. Der Brite und die Kenianerin treffen bei einem der größten Straßenrennen der Welt über die Halbmarathondistanz auf starke Konkurrenz. Vier Männer gehen mit Bestzeit von unter einer Stunde an den Start, gleich neun Frauen sind schon unter 70 Minuten gelaufen. Über 57.000 Läufer haben sich für das Halbmarathon-Spektakel angemeldet, das von Newcastle nach South Shields führt und direkt an der Nordseeküste endet.

Titelverteidigungen sind in der Historie des Rennens eher eine Seltenheit. Nur zwei Männern und zwei Frauen ist dies in der 34-jährigen Geschichte bisher gelungen. Der Brite Mike McLeod gewann die ersten beiden Auflagen 1981 and ’82, Benson Masya schaffte dies genau zehn Jahre später. Der zwischenzeitlich verstorbene Kenianer triumphierte sogar viermal bei dem Rennen – so oft wie kein anderer. Bei den Frauen gelangen bisher Lisa Martin Ondieki (Australien/1986 und ’87) sowie Liz McColgan (Schottland/1995 und ’96) zwei Siege in Folge.

Mo Farah Favorit beim Great North Run

Mo Farah zeigte in diesem Jahr bereits sehr gute Halbmarathon-Form. Im März gewann er den Lissabon-Halbmarathon in der Europarekordzeit von 59:32 Minuten. Eine solche Leistung zu wiederholen, könnte ihm am Sonntag aber schwer fallen, denn Farah hatte nicht viel Zeit zur Erholung nach zwei harten Finalrennen bei den Weltmeisterschaften Ende August. In Peking verteidigte er seine WM-Titel über 5.000 und 10.000 m.

Einige seiner schärfsten Gegner kennt Mo Farah bereits. Darunter ist mit Mike Kigen jener Mann, der im vergangenen Jahr in Newcastle für ein dramatisches Rennen sorgte. Bis zur Ziellinie bot der Kenianer Mo Farah Paroli. Beide hatten mit 60:00 Minuten identische Zeiten. Kigen hat eine Bestzeit von 59:58. Doch Farahs vielleicht stärkster Konkurrent könnte am Sonntag Stanley Biwott sein. Der Kenianer ist mit einer Bestzeit von 58:56 Minuten der schnellste Läufer auf der Startliste, zudem hält er mit 59:20 die Jahresweltbestzeit. Im vergangenen Jahr trafen beide beim London-Marathon aufeinander: Biwott wurde Zweiter, Farah Achter. Ebenfalls mit einem persönlichen Rekord von unter einer Stunde geht der US-Amerikaner Ryan Hall ins Rennen (59:43).

Im vergangenen Jahr hatte Mary Keitany gegen hochklassige Konkurrenz überzeugt und am Ende mit einer Weltklassezeit von 65:39 Minuten sogar den elf Jahre alten Streckenrekord der Britin Paula Radcliffe gebrochen. Die Titelverteidigung dürfte am Sonntag für Keitany schwerer sein als für Farah. Im Rennen der Frauen geht unter anderen die Siegerin des Great North Runs von 2013 an den Start, Priscah Jeptoo. Die Kenianerin gewann damals bei widrigen Wetterbedingungen in 65:45.

Während die aktuelle London-Marathon-Siegerin Tigist Tufa, die im April an der Themse sowohl Keitany als auch Jeptoo hinter sich ließ, nach ihrem sechsten Platz beim WM-Marathon vor zwei Wochen sicher noch nicht wieder frisch genug ist für einen starken Halbmarathon, könnte eine andere Äthiopierin eine gute Rolle spielen: Gelete Burka hat sich in diesem Jahr als Weltklasse-10.000-m-Läuferin etabliert. Sie wurde über diese Distanz WM-Zweite. Bisher ist Burka erst einen Halbmarathon gelaufen. Die Zeit von 75:38 Minuten muss jedoch relativiert werden, da sie diese in der Höhenluft von Bogota erreichte.

Text: race-news-service.com