Hallenmeeting in Stockholm 2015

5.000-m-Weltrekord, Deutscher Rekord über 1.500 m

Beim Hallenmeeting in Stockholm stürmte Genzebe Dibaba zum 5.000-m-Weltrekord. Homiyu Tesfaye überbot seinen eigenen Deutschen Rekord über 1.500 m.

Genzebe Dibaba

Beim 5.000-m-Lauf in Stockholm überrundete Genzebe Dibaba alle anderen Läuferinnen.

Bild: photorun.net

Genzebe Dibaba hat ihre Hallensaison mit einem Paukenschlag begonnen: Die 24-jährige Äthiopierin stürmte in Stockholm am Donnerstagabend zu einem 5.000-m-Weltrekord. Dabei unterbot sie mit einer Zeit von 14:18,86 Minuten die bisherige Bestmarke ihrer Landsfrau Meseret Defar um gut fünf Sekunden. Die Äthiopierin war 2009 in Stockholm 14:24,37 gelaufen. Die erstaunliche Zeit von Genzebe Dibaba, der jüngeren Schwester der dreifachen Langstrecken-Olympiasiegerin Tirunesh Dibaba, ist zugleich die viertschnellste je gelaufene 5.000-m-Zeit. Der Freiluft-Weltrekord von Tirunesh Dibaba steht bei 14:11,15. Schneller als Genzebe Dibaba jetzt in Stockholm ist seit fünfeinhalb Jahren keine Athletin mehr über 5.000 m gelaufen.

Genzebe Dibaba überrundet das komplette Feld

Bei dem Rennen gegen die Uhr wurde Genzebe Dibaba in Schweden geführt von zwei Tempomacherinnen. Eine echte Konkurrenz gab es für die Äthiopierin nicht. Am Ende hatte Dibaba auf der 200-m-Rundbahn das komplette Feld überrundet. Zweite wurde schließlich ihre Landsfrau Birtukan Fente mit 15:22,56. Als Dritte folgte mit Birtukan Adamu eine weitere Äthiopierin in 15:34,15.

Bereits im vergangenen Jahr hatte Genzebe Dibaba in der Hallensaison sensationelle Leistungen gezeigt. 2014 stellte sie innerhalb von zwei Wochen einen Weltrekord-Hattrick auf: In Karlsruhe hatte sie damals zunächst mit einem 1.500-m-Weltrekord von 3:55,17 Minuten überrascht. Dann stürmte Dibaba in Stockholm zu einer 3.000-m-Fabelzeit von 8:16,60. Und schließlich brach sie in Birmingham die Bestzeit über zwei Meilen mit 9:00,48. Bei der Hallen-WM gewann sie vor einem Jahr dann souverän den 3.000-m-Titel. Im Sommer jedoch konnte Genzebe Dibaba nicht an die Leistungen aus dem Winter anknüpfen. Jetzt meldete sie sich in Stockholm in der Halle zurück.

Tesfaye bricht eigenen Rekord nach fünf Tagen

Ein glänzendes Hallenrennen zeigte einmal mehr Homiyu Tesfaye. Der 21-jährige Läufer, der für Eintracht Frankfurt startet, gewann in Stockholm den 1.500-m-Lauf und verbesserte dabei seinen eigenen, erst vor fünf Tagen in Wien aufgestellten deutschen Rekord deutlich auf starke 3:34,13 Minuten. In Österreich war der aus Äthiopien stammende Läufer, der von Langstrecken-Bundestrainer Wolfgang Heinig betreut wird, am vergangenen Wochenende 3:35,71 gelaufen. Gegen deutlich stärkere Konkurrenz konnte sich Tesfaye nun in Stockholm nochmals steigern. Er gewann mit einer Jahresweltbestzeit vor den Kenianern Bethwell Birgen (3:34,62) und Collins Cheboi (3:35,90). Homiyu Tesfaye ist in dieser Form der Favorit für die Hallen-Europameisterschaften, die Anfang März in Prag stattfinden.