TransRockies Run

40 Kilometer durch den Indian Summer

Indian Summer und in der Ferne verschneite Berge begleiteten die Läufer beim 3. Tag des TransRockies Run.

TransRockies Run

Indian Summer und in der Ferne verschneite Berge.

Der TransRockies Run ist ein Trail Running Wettbewerb über fünf Tage im Herzen der Rocky Mounatins in Colorado und führt von Beaver Creek nach Aspen. Die Strecke ist rund 177 km lang und überwindet im Aufstieg 4876 Höhenmeter. Till Gottbrath berichtet für www.runnersworld.de in seinem Tagebuch.

Tag 3: Pando (Hale Camp) nach Leadville – 40,18 km, 938 Höhenmeter.

Wer auf die Streckendaten schaut und Nicole und mich kennt, der kann erahnen, dass das nicht unser Tag werden würde: zu flach und zu wenig technisch. Was die Zahlen nicht verraten: Dass die Strecke überwiegend sehr gut war – und am Ende sogar Asphalt. Genau das, was wir weder mögen noch gut können. Um es kurz zu machen: Es war für uns ein Sch...tag. Alles tut weh! Und dann noch die Höhe dazu…

Aber der Reihe nach: Der Morgen war kalt, denn es hatte gefroren, und erst als die Sonne über die Berge kroch – zum Glück genau zum Start – wurde es angenehmer. Die ersten Kilometer trotteten wir durch Camp Hale, ein ehemaliges Militärcamp, in dem während des Zweiten Weltkriegs bis zu 30000 Soldaten stationiert waren, um dort ausgebildet zu werden. Die Umgebung ist traumhaft: Indian Summer. Das Laub leuchtet, blauer Himmel – yes!

Am Ende der langen Talebene stoßen wir auf den Colorado Trail, ein berühmter Fernwanderweg, der hier ein wunderschöner Single Trail ist, dem wir bis zu einem Pass folgen. Verschneite Berge in der Ferne – super.

Unterwegs in den Weiten der Rocky Mountains.

Bei Ski Cooper, einem kleinen Skigebiet, dass von unten aber ganz reizvoll aussieht, geht die Strecke in einen üblen Jeep Trail über. Der ist so recht nach unserem Geschmack, da sind wir gut. Er führt hinunter in die große Ebene von Leadville – überragt vom Mount Elbert, dem höchsten Berg Colorados.

Ab hier wird es dann bitter: viiiiiiiiieeeeeeelllllll Asphalt, einen Abschnitt an der Hauptstraße lang, meistens aber auf kleinen Nebenstraßen. Ein Team nach dem anderen sammelt uns ein. Denen gefällt es. „Da kommt man wenigstens vorwärts“, sagt einer im Vorbeiziehen. Nicoles Beine wollen einfach nicht mehr so (und meine sind auch nicht viel besser), wir müssen immer wieder gehen. Schließlich sieht es so aus, dass wir immer wieder mal ein kleines Stück laufen. Es ist eine Qual. Meine Oberschenkel fühlen sich irgendwann so dick an, dass ich das Gefühl habe, sie würden nicht mehr in die Haut passen. Auch, dass die Straßen teils kilometerlang geradeaus führen, ist für die Psyche nicht gerade ein Kracher. Man hat das Gefühl, man würde auf der Stelle treten. Böse Falle, wir kämpfen, aber es fällt sehr, sehr schwer.

Das Ziel befindet sich in Leadville fast in der City. Leadville war früher eine Bergbaustadt und liegt auf rund 3200 Meter Höhe: „The 2-Mile high City“. Für uns ist es eine Erlösung. Drückt uns die Daumen, dass es morgen wieder besser wird!


TransRockies Run
Viel Asphalt gab es auf der dritten Etappe zu belaufen.


Den Tagebuch-Eintrag von der ersten Etappe finden Sie hier, den der zweiten Etappe hier.


Interessieren Sie sich für knallharte Ultra-Herausforderungen? Dann können Sie auch in unseren Berichten und Fotos über den Badwater Ultramarathon und über den Transalpine Run schmöckern.