Die Vorbereitung beginnt

350 Kilometer mit 21 Kilo Gepäck

Auf seiner Tour wird Steven Rau alle Wasser- und Nahrungsvorräte am Körper tragen. Für die schwere Belastung trainiert er seinen Körper mit Krafttraining.

Ein Lauf durch die Wüste Vorbereitung 1

Für seinen Lauf durch die Wüste muss Steven Rau neben der Ausdauer vor allem auch Kraft trainieren.

Bild: Steven Rau

Mich selbst immer wieder zu fordern, meine eigene Komfortzone zu verlassen und mich weiterzuentwickeln, das sind die Gründe für meine Herausforderungen. In diesem Jahr möchte ich 350 Kilometer in sechs bis sieben Tagen bewältigen. Die Strecke führt mich dabei durch zwei Wüsten in Südamerika. Zunächst geht es durch die Salar de Uyuni-Wüste in Bolivien und im weiteren Streckenverlauf durch die Atacama-Wüste in Chile. Die Tour fordert sehr viel Vorbereitung und ein umfangreiches Training, daher ist eine wochenlange Vorbereitung nötig.

4.000 Meter Höhe, bis zu -14 Grad Celsius, kaum Wasser: Laufen unter extremsten Bedingungen

Meine gesamte Versorgung mit Wasser und Nahrung werde ich bei der Tour von Beginn an am Körper tragen und keine weiteren Unterkünfte oder Verpflegungspunkte nutzen. Auf rund 4.000 Metern Höhe wird es im Winter bis zu minus 14 Grad kalt. Hinzu kommen die unbarmherzige UV-Strahlung und die Höhenkrankheit. Ein weiteres Hauptproblem wird die ausreichende Versorgung mit Wasser, da es sich bei der Atacama Wüste um die trockenste Wüste der Erde handelt. Doch damit nicht genug: Auf der glatten Oberfläche der Salar de Uyuni wehen zudem nicht selten Winde mit Orkanstärke.

Ich hatte bereits erwähnt, dass die Höhe auf meinem Lauf ein großes Problem für einen Berliner Flachlandbewohner werden wird. Mit San Pedro auf 2.450 und dem Salar de Uyuni auf 3.653 Metern Höhe gilt es, sich speziell auf diese ungewohnte Höhe vorzubereiten. Da Berlin nicht wirklich für seine Berge bekannt ist, bin ich in der Vorbereitung auf Höhentraining in speziellen Räumlichkeiten angewiesen.

Sämtliche Verpflegung wird Steven Rau laufend durch die Wüste transportieren.

Bild: Steven Rau

Höhensimulation in Berlin als Training für den Lauf in Südamerikas Wüste

Bei einigen Anbietern in Berlin lässt sich die Trainingsluft den entsprechenden Höhenunterschieden anpassen. So ist der spätere Höhenunterschied beim Lauf nicht zu gravierend für meinen Körper. Dabei will ich mich auf 2.000 bis 4.000 Metern einpendeln, was der durchschnittlichen Höhe auf meiner Tour entspricht. Zudem muss ich meine gesamte Wasserversorgung am Körper tragen. Aktuell plane ich, 18 Liter Wasser mitzunehmen. Mal abgesehen davon, dass diese Ration absolut grenzwertig ist: Sie bedeutet auch 18 Kilo Gepäck.

Hinzu kommen noch Schlafsack, medizinische Versorgung, Navigation und Kleidung. Also sind das nochmals mindestens drei Kilo Gepäck. Insgesamt bin ich aktuell bei 21 Kilo Zusatzgepäck. Auch auf das Gewicht muss ich mich vorbereiten, da bei Läufen von 8 bis 12 Stunden der Rücken und die Schultern sehr in Mitleidenschaft gezogen werden. Auf diese Belastung bereite ich mich mit Läufen zwischen 10 und 15 Kilometern vor, inklusive 15 Kilo Gepäck. Hinzu kommt ein stetiges Fitness- und Krafttraining zwischen einer und drei Stunden am Tag, um den Belastungen meiner Tour standhalten zu können.

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