Tor des Géants

330 Kilometer – 6 Tage Zeit

Der Tor des Géants ist ein Trailwettbewerb in Italien. Das Besondere ist das hohe Maß an Autonomie: Die Teilnehmer müssen sich die 330 Kilometer selbst einteilen.

Tor des Géants 2016 - Die Fotos
Tor des Geants 2016

Der Sieger des Tor des Géants, Oliviero Bosatelli aus Bergamo, benötigte 75 Stunden, 10 Minuten und 22 Sekunden für die 330 Kilometer.

Bild: Jeantet Stefano

Obwohl der Tor des Géants erst seit sechs Jahren ausgetragen wird, ist die Veranstaltung im Aostatal in Italien unter Trailläufern bereits eine Legende – und nur etwas für die ganz harten und erfahrenen Ultralläufer. Das liegt nicht nur an der 330 Kilometer langen Strecke mit 24.000 Höhenmetern und insgesamt 25 Passüberquerungen, sondern vielmehr an dem, was fehlt: feste Etappen. Anders als etwa beim Transalpine-Run gibt der Veranstalter keine Etappen vor. Einzig die Strecke und das Zeitlimit von 150 Stunden (6 Tage und 6 Stunden). Theoretisch ist es möglich, die gesamten 330 Kilometer an einem Stück, ohne längere Ruhepause zurückzulegen. Diese Autonomie erfordert vorab eine gute Planung – an welcher Verpflegungsstelle legt man sich hin, wo lagert man Ausrüstung, ...?

Tor des Géants – das Zeitlimit im Nacken

Dieser Herausforderung stellten sich in diesem Jahr 765 Teilnehmer. 446 konnten finishen. Der Schnellste, Oliviero Bosatelli aus Bergamo, benötigte 75 Stunden, 10 Minuten und 22 Sekunden. Die schnellste Frau, Lisa Borzani aus Italien, war nach 91 Stunden, 9 Minuten und 44 Sekunden beim Zielbogen. Der letzte Finisher kostete die 150 Zeitlimit voll aus und kam am 18. September nach 149 Stunden, 55 Minuten und 39 Sekunden an. Eine Punktlandung sozusagen. Am Tor des Géants ist eine ganze Region mit hunderten freiwilligen Helfern beteiligt. Das Rennen führt über die wunderschönen Pfade zu Füßen der bedeutendsten Viertausender der Alpen und quer durch den Nationalpark des Gran Paradiso sowie den Regionalpark des Mont Aviceine.