Trailrun-Worldmasters

300 Läufer beim Trailrun durch Dortmunds Ex-Stahlrevier

Nach drei crossigen Etappen bei den Trailrun-Worldmasters in Dortmund siegte Luminita Zaituc in 4:10:59.

Trailrun_Ruhr_2009

Läufer beim Trailrun in Dortmund.

Trailrun beginnt dort, wo die Straße endet. So einfach lässt sich das beschreiben, was sich drei Tage lang in Dortmunds altem Stahlrevier und der Umgebung abspielte. Abseits von breiten, befestigten Strecken gingen nahezu 300 hart gesottene Läufer in drei Wettbewerbe über insgesamt 61 km und einer Höhendifferenz von fast 1000 Höhenmetern an den Start. Bei strahlendem Sonnenschein durften sich am Sonntagnachmittag auf dem Phoenix-Gelände vor der mächtigen Hochofenanlage der US-Läufer Michael Smith und die frühere Marathon-Vize-Europameisterin Luminita Zaituc als Gesamtsieger einer Veranstaltung feiern lassen, die als Windstopper Trailrun-Worldmasters in Deutschland für einiges Aufsehen in der Ausdauerszene sorgte.

Für die vielfache Deutsche Meisterin auf der Bahn, Straße, in der Halle und beim Crosslauf war es dabei zwei Wochen nach ihrem in Frankfurt vollzogenen Abschluss ihrer 20 Jahre langen Laufkarriere eher ein Showlauf unter allerdings beinharten Vorzeichen. „Das war sehr anstrengend“, kommentierte Luminita Zaituc die dreitägige Strapaze mit 4 km-Sprint, dem 35 km-Ruhrklippentrail und dem über 19 km führenden Bittermark-Run. Sie bekannte als routinierte Topläuferin ohne Scheu: „Ich habe ganz schönen Muskelkater.“ Die Braunschweigerin hatte letztlich aber keine Mühe, die drei Wettbewerbe für sich zu entscheiden und lag in der Gesamtwertung mit 4:10:59 Stunden mit dem beträchtlichen Vorsprung von 19 Minuten vor der US-Amerikanerin Caitlin Smith, die als Mitfavoritin in Dortmund an den Start gegangen war. Dritte wurde die Triathletin Silvia Balbach (Düsseldorf/ 4:39:49) knapp vor Antje Möller (Duisburg/ 4:43:05).

Brisanz lag am Sonntagmorgen vor dem abschließenden 19 km-Lauf mit 343 Höhenmetern hingegen bei den Männern in der Luft, denn mit dem im amerikanischen Höhenzentrum Flagstaff lebenden Michael Smith, dem überraschend starken Marathonläufer Philipp Nawrocki (Aachen) und dem Mountainbike-Ass Carsten Bresser (Rhodt/ Pfalz) lagen die drei Erstplatzierten nach zwei Wertungsläufen nur 42 Sekunden auseinander. Als Sieger der Schlussetappe lief allerdings der Deutsche Berglaufmeister Timo Zeiler (LG Eintracht Frankfurt) nach 1:12:22 Stunden vor Smith (1:12:26), Bresser (1:12:29), dem in Andechs lebenden Österreicher Stefan Paternoster (1:12:37) und Nawrocki (1:12:51) ins Ziel. Zeiler kam allerdings für den Gesamtsieg nicht mehr in Betracht, da er am Vortag beim 35 km langen Ruhrklippentrail nach starkem Auftakt weit zurückgefallen war. „Für derart lange Strecken fehlt mir noch die Erfahrung. Ich habe dabei sicherlich im Duell mit Stefan Paternoster überzogen und musste mächtig büßen“, sagte Zeiler.

Durch Rang zwei sicherte sich Michael Smith in 3:39:16 Stunden den Gesamtsieg knapp vor dem überraschend laufstarken Carsten Bresser (3:40:00) und Philipp Nawrocki (3:40:19). „Das ist für mich ein Riesenerfolg“, freute sich der Mountainbiker aus der Pfalz, der übrigens vor zwei Wochen beim Frankfurt-Marathon 2:25:00 gelaufen war. „Ich hätte nicht gedacht, dass ich gegen die Spezialisten so gut mithalten kann. Natürlich bin ich derartige Mehrtagesbelastungen durch das Mountainbiken gewohnt“, sagte er. Der zweifache Olympiastarter und WM-Dritte gewann nämlich bereits achtmal die Transalp, eine siebentägige MTB-Tour von Oberstdorf nach Riva del Garda über 440 km und 14.000 Höhenmeter. Auch Philipp Nawrocki strahlte im Ziel. Schließlich hatte er in diesem Jahr auf einen Herbst-Marathon zugunsten der Trailrun-Worldmasters verzichtet. „Ich laufe gerne Cross und Marathon, vielleicht ist diese Kombination für mich das Richtige – wenn auch etwas total Verrücktes.“

Text: race-news-service.com/Wilfried Raatz
Foto: Veranstalter

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