Transalpine Run 2015

250 Teams gelingt die Alpenüberquerung

250 von 300 Duos haben das Ziel des Transalpine-Runs erreicht. Am schnellsten waren die Brüder Oscar und Mark Casal, die die Gesamtwertung für sich entschieden.

Transalpine-Run 2015 - Etappe 8 - Die Bilder
Transalpine Run Etappe 8

Nach acht umkämpften Tagen erreichten die drei besten Teams gleichzeitig das Ziel des Transalpine-Runs in Sulden/Ortler.

Bild: Lars Schneider

„Das war unser bislang größter und wichtigster Sieg bei einem Ultra-Trailrun. Wir können es einfach noch nicht glauben, dass wir es wirklich geschafft haben“, zeigten sich die beiden Andorraner Oscar und Mark Casal bei der Siegerehrung des 11. Transalpine-Runs sichtlich gerührt. Es war die Zeit für große Emotionen: Zusammen überquerten die sechs Topläufer der extremen Alpenüberquerung die Ziellinie, nachdem sie sich acht Tage lang auf sportlich höchstem Niveau auseinandergesetzt hatten, bis zur Erschöpfung und darüber hinaus gefightet hatten.

„Eine echt coole Show dieser tolle Zieleinlauf. Unser zweiter Rang ist für mich wertvoller als meine Erfolge auf dem Mountainbike“, freute sich der Südtiroler Daniel Jung, der zusammen mit Ivan Paulmichl eine eindrucksvolle Vorstellung abgeliefert hatte. Vier Tage lang hatten sie die Konkurrenz angeführt, mussten schließlich aber die technische Überlegenheit der Casal-Brüder anerkennen. Die Iberer waren als Sky-Run-Spezialisten angereist, hatten aber im Laufe des 11. Gore-Tex Transalpine-Run bewiesen, dass sie auch auf längeren Distanzen eine Klasse für sich sind. Klug im Windschatten hielten sich die jungen Deutschen Benjamin Sperl und Lukas Naegele auf, die beide im Team der ASICS Frontunner laufen. Sie spielten ihre Klasse auf de Flachstücken aus und gewannen schließlich das Prestigeduell um Platz drei gegen die beiden Schweizer Master-Läufer Urs Jenzer und Ruedi Börtschi, die die Kategorie Master Men dominierten.

Finale Herausforderung des Transalpine-Runs

Die finale Etappe über 39 km von St. Valentin nach Sulden/Ortler hatte es noch einmal in sich. Die 500 Athleten starteten bei Dauerregen und empfindlich kühlen 10 Grad um Punkt 7 Uhr über den Vinschgauer Radweg Richtung Süden. Aufgrund der extremen Witterungsverhältnisse musste das 2880 Meter hohe Bärenjoch ausgelassen und stattdessen eine Alternativroute gelaufen werden. Neuschnee hatte eine Überquerung des höchsten Punkts des Transalpine-Runs unmöglich gemacht. „Das ist einfach nur vernünftig, bei diesem Wetter kann man das Bärenjoch nicht passieren“, zeigte sich Paulmichl erleichtert über die Entscheidung des Veranstalters.

Auch wenn die Alternativroute mit 1590 Höhenmetern zumindest auf dem Papier nicht zu den härtesten gehörte, sie verlangte den Athleten noch einmal alles ab. Den gut 15 Kilometer langen Abstieg bis hinunter nach Glurns nutzten besonders die deutschen Straßenläufer Sperl und Nägele sowie die Gebrüder Matthias und Marcus Baur für eine Tempoverschärfung. Mithalten konnten da nur die Spitzenreiter aus Andorra und die Verfolger aus Südtirol. Die Vierergruppe stand, fiel aber im Zielanstieg auseinander. Zuerst mussten die Baur-Brüder (Aalen) abreißen lassen, dann Sperl und Nägele. Mit einer Energieleistung schlossen sie aber an der dritten Verpflegungsstelle wieder zur Spitze auf.

Tolle Leistungen beim Transalpine-Run

Die Kategorie Senior Master Men sah eine siebentägige Aufholjagd der Italiener Richard und Oswald Wenin, die am ersten Tag mehr als eine Stunde aus Krankheitsgründen verloren. Bis zur vorletzten Etappe nach St. Valentin verteidigten Jörg Schreiber und der an einer Sehnenentzündung laborierende Dr. Thomas Miksch den Vorsprung. Bei ihrem 6. Etappensieg hatten die Italiener einen Vorsprung von 23 Minuten auf Schreiber und Miksch und lagen damit in der Endabrechnung 12.57 Min. vor den beiden Deutschen.

In den weiteren Kategorien blieb alles bei den bestehenden Kräfteverhältnissen. Die Schottinnen Helen Bonsor und Claire Gordon gewannen mit Etappensieg Nummer sieben die Kategorie Women vor den Französinnen Caroline Freslon-Bette und Maud Gobert. Bei den Master Men waren die Schweizer Urs Jenzer und Ruedi Börtschi nicht zu schlagen, Rang zwei ging an die Ungarn Tamas Karlowits-Juhasz und Csaba Németh.

Keine Veränderungen gab es ebenfalls in den beiden Mixed-Klassen. Die niederländisch-spanische Kombination Ragna Debats und Pere Bove Aurell musste auf der achten Etappe zwar hinter Landie Greyling und Christiaan Greyling (Südafrika) zurückstecken, feierte dennoch einen souveränen Gesamtsieg. Für eine echte Überraschung sorgte das Duo Eva Färberböck und Mathis Bode (Deutschland) mit ihrem Tageserfolg in der Kategorie Master Mixed vor den Gesamtsiegern Annemarie Gross und Franz Kröss (Italien).

Bester Individual Finisher war indes Anton Steiner, der vom zweiten Tag an ohne Partner laufen musste. Der Italiener beendete die Alpenüberquerung mit einer Zeit von 32:55.15 Stunden. vor Gerhard Herbort (München, 34:21.12 Std.) und Jürgen Kurapkat (Miesbach, 35:19.11 Std.).

Tolle Atmosphäre beim Transalpine-Run

Nicht nur sportlich stimmte es bei der elften Austragung des Transalpine-Runs. Die sogenannte Westroute von Oberstdorf nach Sulden/Ortler kam bei den Sportlern aus 33 Nationen bestens an. Grandiose Landschaften, tolle Trails und spektakuläre Downhills sorgten trotz großer Anstrengungen für beste Stimmung im Feld. Die Etappenorte Oberstdorf, Lech am Arlberg, St. Anton am Arlberg, Landeck, Samnaun, Scuol, St. Valentin und Sulden/Ortler präsentierten sich als starke Gastgeber. Das Wetter zeigte sich etwas launisch. Die ersten vier Etappen waren geprägt von großer Hitze, der Bergsprint und die Schlussetappe zeigten sich kalt und verregnet. Dafür warteten auf den Etappen sechs und sieben mit Temperaturen um die 15 Grad beste Bedingungen auf die Athleten, die sich als äußerst zäh erwiesen. Von den rund gestarteten 300 Teams erreichten knapp 250 das Ziel in Sulden/Ortler.

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