Grand Prix Prag

10 schnelle Kilometer durch Prag

Das nächste große Rennen der Run Czech Running League steht an. Am 7. September zieht der Grand Prix Prag wieder Top-Läufer in die tschechische Hauptstadt.

Prag 10-Kilometer

Das nächste große Rennen in Prag ist der 10-km-Lauf am 7. September.

Bild: O2 Grand Prix Prag

Lauf-Legende Emil Zátopek, einer der größten Langstreckler aller Zeiten, wäre stolz gewesen, wenn er das noch erlebt hätte: In seinem Heimatland hat sich unter dem Titel Run Czech Running League eine Serie mit zurzeit sieben großen Straßenrennen etabliert.

Mit Weltklassefeldern und hochklassigen Ergebnissen sorgten im Frühjahr der Prag-Halbmarathon und der Prag-Marathon für Aufmerksamkeit in der internationalen Laufszene.

Am 7. September steht das nächste große Rennen in der tschechischen Hauptstadt auf dem Programm: der Grand Prix Prag. Abends geht es hier über 10 Kilometer durch die Straßen der sehenswerten Innenstadt. Aber die Initiativen der Veranstalter gehen inzwischen längst über die Grenzen der Stadt hinaus.

Schon acht Tage nach dem Prager Abendrennen starten die Organisatoren um Veranstaltungschef Carlo Cabalbo einen Halbmarathon nahe der deutschen Grenze in Usti nad Labem (rund 50 Kilometer von Dresden entfernt).

Alle sieben Rennen der Run Czech Running League sind international angelegt und in der Spitze hochklassig besetzt. Fünf der Veranstaltungen haben bereits entweder einen Gold- oder einen Silber-Label des internationalen Leichtathletik-Verbandes (IAAF). Die Startnummern für die Veranstaltungen sind in der Regel Wochen vorher vergriffen. In diesem Jahr werden bei den sieben Läufen insgesamt rund 48.000 Athleten starten.

„Ich hätte nie gedacht, dass wir eine derartig große Bewegung initiieren würden und derartigen Erfolg haben könnten”, sagt Carlo Capalbo. Der italienische Chef der Run-Czech-Serie hatte 1994 mit Unterstützung der tschechischen Lauf-Legende Emil Zátopek und des italienischen Marathon-Olympiasiegers Gelindo Bordin (1988) den ersten Prag-Marathon auf die Beine gestellt. Damals liefen 985 Athleten über die 42,195 km durch die tschechische Hauptstadt.

„Anfangs waren manche Dinge, die wir machten, nicht so professionell. Aber im Laufe von 18 Jahren haben wir hohe Standards aufgebaut. Und ich habe immer in großen Dimensionen gedacht“, erzählt Carlo Capalbo, der viel von den Marathon-Klassikern in New York, London oder Berlin lernte.

Oft war er zum Beispiel in London oder Berlin vor Ort, wo die Race-Direktoren Dave Bedford und Horst Milde über lange Zeit hinweg internationale Standards setzten. „Ich habe immer geschaut, was meine Freunde machten und versuche heute noch von anderen Veranstaltungen zu lernen. Es gab viele gute Ideen, und ich habe einige bei unseren Rennen übernommen.“

Es war das Ziel von Carlo Capalbo, eines Tages zu den großen internationalen Lauf-Veranstaltern zu gehören. „Natürlich wussten wir, dass es nicht möglich sein würde, in Prag 40.000 Marathonläufer rennen zu lassen. Die Tschechische Republik ist mit rund zehn Millionen Einwohnern ein kleines Land. Gemessen daran ist der Marathon eigentlich schon zu groß. Aber wir haben sehr viele ausländische Starter“, sagt Carlo Capalbo. In diesem Jahr meldeten sich rund 9.500 Teilnehmer für den Prag-Marathon im Mai – darunter kamen erstaunliche 48 Prozent aus dem Ausland.

„Wir wollten eine Plattform mit mehreren Rennen aufbauen, so dass wir insgesamt so groß sind wie ein Lauf der World Marathon Majors. Mit der Run Czech Running League ist uns das jetzt gelungen“, erklärt Carlo Capalbo. „Alle unsere Rennen haben in jeglicher Hinsicht sehr hohe Standards.

Das Organisations-Team ist dasselbe, so wie auch der gesamte Aufbau der Veranstaltungen. Sponsoren und Förderer sind identisch, der Start- und Zielaufbau sieht überall gleich aus.“ Außerdem hat jedes Rennen ein internationales Elitefeld. Und die komplette Serie wird live im tschechischen Fernsehen übertragen.

Nach der Premiere des Marathons 1994 folgten zunächst zwei weitere Rennen in Prag: Den 10-Kilometer-Lauf gibt es seit 1996, den Halbmarathon seit 1999. 2010 starteten Carlo Capalbo und sein Team erstmals einen Lauf außerhalb der Hauptstadt: den Halbmarathon in Olomouc. Weitere Veranstaltungen über die „halbe Distanz“ folgten in Usti nad Labem (seit 2011), Ceske Budejovice (2012) und Karlovy Vary (2013). Für 2014 ist zudem die Premiere des Ostrava-Halbmarathons geplant. Detaillierte Informationen zu den einzelnen Rennen gibt es im Internet unter www.runczech.com.

„Geographisch ist es nicht schwer für uns, in verschiedenen Regionen der Tschechischen Republik Veranstaltungen zu organisieren“, erklärt Carlo Capalbo. Dass es in den anderen Städten vorher keine großen Laufveranstaltungen gab, machte die Sache einfacher. Um mögliche Konflikte mit anderen, lokalen Organisatoren zu vermeiden, hilft Run Czech kleineren Veranstaltern und kooperiert mit ihnen. „Wir profitieren am Ende alle davon. Je mehr Menschen mit dem Laufsport beginnen, desto besser für alle.“ Die Leidenschaft für den Laufsport ist in der Tschechischen Republik auch lange nach Emil Zátopek ungebrochen.