Leser-Reporterin Biggi Wölk beim Vivawest-Marathon

"Jetzt ein Eis wäre auch nicht schlecht"

Bei ihrem dritten Marathon scheint Leser-Reporterin Biggi Wölk schon wesentlich gelassener. Die Momente beim Vivawest-Marathon in Gelsenkirchen zählen zu den schönsten in ihrem Läuferleben.

Vivawest Marathon 2014 - Die Fotos
Leser-Reportin Biggi Wölk beim Vivawest-Marathon

Geschafft, aber glücklich: Biggi Wölk beim Vivawest-Marathon in Gelsenkirchen.

Bild: privat

Den Startplatz für den Vivawest-Marathon habe ich bei der dritten Adventsfrage gewonnen. Somit standen bereits im Dezember 2013 alle Marathon-Termine für 2014 fest. Erst Düsseldorf, dann Gelsenkirchen und, wie kann es anderes sein, natürlich Köln. Also Zielsetzung für 2014: einen schnellen, einen entspannten und einen Spenden-Marathon (zugunsten running4charity e.V. dem Projekt r4cmove) laufen.

Am Freitag fuhr ich bereits mit meinem Mann (auf den ich so stolz bin, dass er das alles mit mir mitmacht, auch wenn er diese Leidenschaft nicht mit mir teilt) nach Gelsenkirchen, um meine Startunterlagen abzuholen. An dieser Stelle muss ich das mal erwähnen, denn ohne diese Unterstützung wäre ich niemals in der Lage, diese Leistung zu vollbringen. Auch wenn es oft vorkommt, dass er über die vielen Lauftermine meckert, nimmt er es so hin, denn im Grunde ist er auch ein bisschen stolz. Es stärkt mich und ich nehme die positiven Gedanken mit auf die Strecke. Oft war es so, dass er während der Marathon-Vorbereitung am Wochenende einen Kuchen gebacken hat und ich mich während des Laufens drauf gefreut habe, ihn essen zu können.

Manchmal hat er mich auch einfach nur mit dem Fahrrad begleitet und wir konnten trotzdem zusammen sein und reden. Besonders schön war im Nachhinein unser Tanzkurs, den ich erst nicht machen wollte. Letztes Jahr zum Geburtstag (im April) hat er mir zusammen mit Freunden diesen Tanzkurs geschenkt. Achtung liebe Männer: weil ER ihn machen wollte! Ich konnte den Kurs noch bis Januar rauszögern, aber dann ging es los. Vom Laufschuh in den Tanzschuh. Meerenge, langsamer Walzer, Wiener Walzer, Disco Fox, Cha-Cha-Cha ... die Grundschritte habe ich jetzt drin (wir drin). Es war etwas als würde die Zeit zurück gedreht werden. In meiner Jugend habe ich schon mal einen Tanzkurs gemacht, aber dass 2014 immer noch die Musik von damals im Tanzunterricht gespielt wird: „Please don´t go!". Da konnte ich mich gar nicht mehr auf das Tanzen konzentrieren.

Nach dem "Marathonmarathon" geht´s weiter

Na ja, und ich gestehe mir ein, es hat richtig Spaß gemacht und wir machen nach dem „MarathonMarathon“ auf jeden Fall weiter! Wir betraten das Marathon-Zelt am Vorplatz des Musiktheaters in Gelsenkirchen. Dort war die Startnummern-Ausgabe und Marathon-Messe. Vor mir standen drei Männer in Anzügen, die auch gerade ihre Startnummern abholten. Das ist das Schöne am Laufsport, in Sportkleidung und auf der Strecke interessiert es niemanden, was du bist, du bist wer! Dabei! Und hast das gleiche Ziel und darum sind wir alle miteinander. Hier kommen so viele Menschen zusammen, die soviel gute Laune versprühen. Ein Miteinander, das man im Alltag öfter spüren sollte!

Mit meinem Kleiderbeutel und den enthaltenen Startunterlagen im Arm, schlenderten wir noch etwas über die übersichtliche Marathon-Messe und machten uns dann auf den Weg nach Hause. Der Samstag verlief dann ganz entspannt. Meine Schwester hatte Geburtstag und hatte zum Frühstück eingeladen, mittags noch schnell etwas einkaufen gehen und dann noch etwas im Garten arbeiten. Das Gemüsebeet musste noch umgegraben werden, um Zucchini, Sellerie, Rotkohl und Kartoffeln zu pflanzen. Wer einen Garten hat, weiß, ein Garten ist niemals fertig und es finden sich immer neue Gestaltungsmöglichkeiten. Wir setzen auf den eigenen Nutzgarten und seitdem Schaukel, Trampolin und Co. verschwunden sind, können wir sogar das Kind vom eigenen Beet überzeugen. Dann habe ich Essen gemacht und den Rest des Abends die Füße hochgelegt und mir dabei das DFB-Pokalfinale Bayern gegen den BVB angesehen. Den Ausgang des Spiels möchte ich an dieser Stelle lieber unkommentiert lassen.

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Foto: Catfun-Foto

Startschuss für den Vivawest-Marathon Gelsenkirchen

Um sechs Uhr klingelte der Wecker, ich war aber schon vorher wach. Die Laufkleidung hatte ich mir bereits rausgelegt. Kein großer Aufwand im Badezimmer: Waschen, Zähne putzen, Haare flechten und ab in die Klamotten. Zum Frühstück gab es ein Müsli mit Banane und eine Tasse Tee. Mit einem Müsli zum Frühstück habe ich bisher immer gute Erfahrungen gemacht. Die Tasche hatte ich bereits fertig gepackt, nur noch die Trinkflaschen mussten mit Wasser befüllt werden. Ich machte mich alleine auf den Weg nach Gelsenkirchen.

Ich war früh dran und konnte mir nahe des Veranstaltungs-Geländes einen Parkplatz sichern. Ich hatte noch genügend Zeit und bin ganz entspannt in Richtung Start gelaufen, um dort meinen Kleiderbeutel abzugeben. Das Wetter war schon zur frühen Stunde sonnig und warm. Ich kam an einem Läufer vorbei, der mit nacktem Oberkörper vor seinem Auto stand und sich mit Sonnencreme einrieb. Ich dachte mir: „Läufer sind hemmungslos“ und hatte das Bild vom Verpflegungs-Zelt in Düsseldorf vor Augen, wo wir uns alle nach dem Marathon umgezogen hatten.

Beim Marathon-Zelt auf dem Vorplatz traf ich Jörg - ein anderer, nicht Düsseldorf Jörg, aber auch Mitglied bei running4charity e.V. - der mit erzählte, dass er einen Startplatz in der Mikitenko-Staffel gewonnen hatte. Klasse, wo wir mittlerweile überall vertreten sind! Auch meine Arbeitskollegin, die mich in Düsseldorf vor drei Wochen noch angefeuert hatte, war diesmal selbst am Start des Halbmarathons. Wir haben uns sogar vorher noch kurz gesehen. Viele bekannte Gesichter, so ein Wettkampf in der Nähe der Heimat ist wie ein Klassentreffen - und soviel gute Laune! Im Vorfeld gab es für mich von einigen Marathon-Erfahrenen Kritik daran, so kurz nach Düsseldorf noch einen zweiten Marathon zu laufen. Aber ich wollte diesen Marathon nur für mich laufen, nicht auf Zeit: Einfach die Stimmung auf der Strecke und an der Strecke genießen. Die Zeit hierbei war Nebensache, ich wollte aber schon unter vier Stunden bleiben. Die Höhepunkte der Strecke, wie die Zeche Zollverein, der Lauf durch das Einkaufszentrum, den Nordsternpark, kannte ich noch nicht. Ich war neugierig und wollte wissen, wie es ist, wenn „der Pott kocht“.

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