Frankfurter Halbmarathon

"Emma" war der größte Gegner

Sturmtief "Emma" verwirbelte beim Frankfurter Halbmarathon alle Bemühungen um Spitzenzeiten.

Frankfurter Halbmarathon 2008

Das Läuferfeld auf dem Weg in die City.

So sehr sich Hillary Kemboi, Slavko Petrovic und Regina Nguria auch mühten, gegen die starke Präsenz von ,Emma' kamen die Topläufer beim City-Halbmarathon von Spiridon Frankfurt nicht an. Das in Mitteleuropa vorherrschende Orkantief verwirbelte im wahrsten Sinne des Wortes alle Bemühungen um eine gutklassige Siegerzeit. Die wenigen Asse an der Spitze, aber sicherlich auch die rund 3000 Starter bei der sechsten Auflage des Halbmarathons dürften mit den Endzeiten wenig zufrieden sein. Schließlich waren schon alleine die Siegerzeiten der in Frankfurt stationierten Kenianer Hillary Kemboi und Regina Nguria mit 1:09:39 und 1:21:01 Stunden weitab ihres Leistungsvermögens.

So mancher Läufer hatte schon am frühen Sonntagmorgen unter www.spiridon-frankfurt.de nachgeschaut, ob angesichts der orkanartigen Unwetter möglicherweise die Veranstaltung in der Mainmetropole gar ausfallen würde. Doch das war für Spiridon Frankfurt kein Thema, alleine der am Streckenrand liegende Astbruch zeugte von einem stürmischen Vortag. Rund 3000 Läuferinnen und Läufer gingen dann am Erich-Ollenhauer-Ring am Nordwestzentrum über die Messmatten. 2735 kamen ins Ziel, vielen war die Kraftanstrengung am Sonntagmorgen doch zu heftig. Sie beendeten das Rennen vorzeitig. Schon nach einer knapp drei Kilometer langen Schleife sah man so manchen Entnervten in der geräumigen Sporthalle wieder, weder abgekämpft noch verschwitzt, sondern lediglich leicht frustriert. Dafür konnten die Spiridon-Macher keineswegs etwas, wohl aber für unzureichende Absperrungen im Schlussteil, so dass die weit auseinander gerissene Verfolgergruppe sogar noch falsch lief.

Das änderte jedoch nichts an der Überlegenheit von Hillary Kemboi, der erst am Freitag aus Kenia wieder nach Deutschland gekommen war. Der 24-Jährige tourt seit 2005 im Tross von Alexander Hempel mit eher bescheidenem Erfolg. Was er mit einer Bestzeit von 28:56 in den Beinen allerdings über die längeren Distanzen zu leisten vermag, das werden die Frühjahrsrennen in Europa zeigen. Anfangs ließ Kemboi den ungestüm voraus eilenden Kroaten Slavko Petrovic - der übrigens von dem Frankfurter Spiridon-Läufer Thomas Weber trainiert wird und als bestes Resultat 28:22,32 Minuten aus dem 10.000-m-Europacuprennen 2005 vorzuweisen hat - gewähren, um dann auf der Innenstadt-Schleife nach 13 km bereits für klare Verhältnisse zu sorgen. "Slavko wird in Rotterdam versuchen, die Olympianorm zu laufen" blickt Thomas Weber für seinen Schützling schon voraus, mit dem er seit eineinhalb Jahren zusammen arbeitet. Hinter Slavko Petrovic (1:10:56) folgte mit erheblichem Rückstand auf Rang drei der beste deutsche Läufer Marco Schwab mit 1:13:54.

Ebenso klar waren die Verhältnisse bei den Frauen. Die ebenfalls 24-jährige Regina Nguria ließ es nach einer 10-km-Zwischenzeit von glatten 37:00 Minuten auch auf dem Rückweg von der Innenstadt in den Nordwesten Frankfurts lockerer angehen und kam nach 1:21:01 ins Ziel. Auch wenn die 20-jährige Kerstin Straub im Ziel nur als Dritte der Frauen eingelaufen war, ihr zweiter Rang war angesichts des Blockstarts in 1:24:21 nicht in Gefahr. Denn die 10-km-Studentenmeisterin und Zweite der U20-Berglauf-Europameisterschaften startete einen Startblock später als Andrea Meuser, für die 1:25:55 gestoppt wurden.

Ins Spiridon-Konzept der Zug- und Bremsläufer eingebunden war auch der mehrfache frühere Langstreckenmeister Kurt Stenzel, der die Gruppe um 1:24 Stunden führte. Auch Iris Biba wurde im großen Feld gesichtet, doch die frühere EM- und WM-Starterin war ebenfalls als Tempokontrolle für ihre in Mömbris angestammte Trainingsgruppe im Einsatz. "Ambitionen habe ich keine mehr, dazu ist der Zug einfach abgefahren. Das ist aber auch gut so", wehrte die frühere 2:29-Marathonfrau vorschnelle Comeback-Vermutungen ab.

Eine ausführliche Fotogalerie vom Frankfurter Halbmarathon finden Sie hier.


Text: Wilfried Raatz für race-news-service.com