Mary Keitany

„Eine Mary Keitany gibt es nur alle 20 Jahre einmal.“

Trainer Gabriele Nicola ist überzeugt, dass Mary Keitany das Potential für den Marathonweltrekord besitzt.

Mary Keitany

Mary Keitany

„In Iten trainieren wir auch mit Männern, die uns als Tempomacher helfen. Sie werden von meinem Manager dafür bezahlt“, erzählt Mary Keitany, zu deren weiblichen Trainingspartnern unter anderen Peninah Arusei und Helena Kirop gehören. Arusei hatte unter anderem 2008 und 2009 den Berliner 25-km-Lauf gewonnen, Kirop siegte am 9. Mai beim Prag-Marathon.

Nachdem Mary Keitany 2007 bereits die Silbermedaille bei den Halbmarathon-Weltmeisterschaften gewonnen hatte, unterbrach eine Schwangerschaft ihre Karriere. „Im Juni 2008 wurde mein Sohn Jared geboren“, erzählt Mary Keitany, die aber nicht wie Paula Radcliffe fast die gesamte Schwangerschaft hindurch weiter trainierte. Keitany ist mit Charles Koech verheiratet, der selbst bei internationalen Straßenrennen startet und Bestzeiten von 27:56 Minuten (10 km) oder 61:27 (Halbmarathon) aufweist. „Manchmal laufen wir auch zusammen“, sagt Mary Keitany. Damit das umfangreiche Training für beide möglich ist, haben sie ein Kindermädchen engagiert, das auf Jared aufpasst.

„Als Mary nach der Geburt ihres Sohnes wieder mit dem Training begann, haben wir verschiedene Ziele gesetzt. Das erste war die Qualifikation für die Halbmarathon-Weltmeisterschaft 2009. Dort sollte sie möglichst gut laufen. Das nächste Ziel war es, den Abu Dhabi-Halbmarathon im Januar zu gewinnen“, erzählt Gabriele Nicola. In den Vereinigten Arabischen Emiraten siegte Mary Keitany in hochklassigen 67:14 Minuten und kassierte die höchste Siegprämie im internationalen Straßenlauf: 300.000 Dollar. „Das nächste Ziel war dann der 25-km-Weltrekord in Berlin. Jetzt können wir sagen, dass alles sehr gut gelaufen ist und Mary mehr sogar erreicht hat als wir erwartet hatten.“

Der nächste Schritt ist nun der Marathon. Im Herbst ist das Debüt geplant – zur Auswahl stehen offenbar die Rennen in Chicago und New York. Will Mary Keitany auf Anhieb schnell laufen, müsste sie nach Chicago gehen. Schon im Vorfeld der BIG 25 Berlin lief sie dabei Trainingsumfänge, die auch für den Marathon geeignet sind. „In ihrem Training vor Berlin rannte sie wöchentlich teilweise zwischen 180 und 200 Kilometern“, erklärt Gabriele Nicola, der plant, den Umfang in der Vorbereitung auf die Marathon-Premiere noch etwas weiter zu erhöhen. „Bis jetzt bin ich im Training bis zu 30 Kilometer am Stück gelaufen“, erzählt Mary Keitany, die befragt nach Vorbildern zwei Marathonläuferinnen nennt: Catherine Ndereba, Kenias zweifache Marathon-Weltmeisterin und frühere Weltrekordlerin, sowie Paula Radcliffe.

Zu ihren größten Zielen sagt Mary Keitany: „In London würde ich bei den Olympischen Spielen 2012 gerne die Goldmedaille im Marathon gewinnen.“ Und dann gibt es noch ein Traumziel: „Vielleicht bin ich eines Tages in der Lage, den Marathon-Weltrekord anzugreifen.“ Die Kenianerin weiß natürlich, dass jene Zeit von 2:15:25 Stunden, die Paula Radcliffe beim London-Marathon 2003 erreichte, eine absolute Ausnahmeleistung ist, die zurzeit für keine Läuferin erreichbar ist.

„Zurzeit können wir nicht darüber reden, den Marathon-Weltrekord zu brechen. Aber Mary hat das Potenzial, diese Marke in der Zukunft angreifen zu können. Das heißt noch nicht, dass sie den Rekord auch brechen wird. Aber es gibt nicht viele Läuferinnen, die auch nur daran denken können, einen Weltrekordversuch zu unternehmen“, sagt Gabriele Nicola. „Mary hat großes Potenzial und wir haben Glück, dass wir sie haben. Eine Mary Keitany gibt es nur alle 20 Jahre einmal.“

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Die nächste große Marathonläuferin