Halbmarathon Egmond 2007: Hilde Kibet schlägt Gete Wami

„Solch schwere Bedingungen gab es noch nie“, gestand die frühere Marathon-Weltrekordlerin Tegla Loroupe im Ziel des international hoch angesehenen Halbmarathon in Egmond aan Zee im Nordwesten Hollands – und dies bei ihrer elften Teilnahme. Orkanartige Stürme hatten an der Küstenregion für nahezu irreguläre Bedingungen gesorgt, so dass selbst die stürmische Winde gewohnten Organisatoren an eine Alternativstrecke quer durch die Dünen gedacht hatten, dies allerdings angesichts der angemeldeten 15.667 Teilnehmern wieder verwarfen.

„Solch schwere Bedingungen gab es noch nie“, gestand die frühere Marathon-Weltrekordlerin Tegla Loroupe im Ziel des international hoch angesehenen Halbmarathon in Egmond aan Zee im Nordwesten Hollands – und dies bei ihrer elften Teilnahme. Orkanartige Stürme hatten an der Küstenregion für nahezu irreguläre Bedingungen gesorgt, so dass selbst die stürmische Winde gewohnten Organisatoren an eine Alternativstrecke quer durch die Dünen gedacht hatten, dies allerdings angesichts der angemeldeten 15.667 Teilnehmern wieder verwarfen. Ein Zugeständnis jedenfalls musste Halbmarathonchef Cees Landsbergen machen: Der Start wurde, und selbst das ist ein Novum, um eine Stunde verschoben, um durch den Gezeitenwechsel mehr Platz am knöcheltiefen Sandstrand für die tausenden von Läufern aus 21 Nationen zu haben.

Angesichts dieser kuriosen Bedingungen gab es dennoch bei der 35. Ausgabe des „Halve Marathon Egmond aan Zee“ vor allem bei den Frauen vorzügliche Ergebnisse. In einem dramatischen Finale gewann bei Zeitgleichheit von 1:13:25 Stunden die Kenianerin Hilde Kibet vor Gete Wami. „Ich bin glücklich über diese Vorstellung“, sagte Hilde Kibet im Ziel. Die 27-Jährige, die bei ihrem holländischen Freund Hugo van den Broek im nahen Castricum wohnt, lief eher defensiv angesichts des stürmischen Windes und wohl wissend über die Spurtstärke ihrer äthiopischen Konkurrentin, die im Herbst den Berlin-Marathon in 2:21:34 Stunden gewonnen hatte. Dritte wurde Pauline Wangui (Kenia) mit 1:15:11.

Enttäuschend verlief der Jahresauftakt in Egmond für Susanne Hahn (SV Saar 05), die als Sechste schon fast fünf Minuten hinter dem Weltklasse-Duo ins Ziel lief. „Ich bin nahezu die gesamte Strecke mit Tegla Loroupe gelaufen, musste sie aber im Schlussteil doch etwas ziehen lassen.“ Loroupe wurde einen Platz vor Hahn Fünfte. Die künftig einen stärkeren Fokus auf den Marathon richtende Saarbrückerin zeigte sich allerdings keineswegs deprimiert: „Es gibt Rennen, die laufen einfach nicht so. Irgendetwas steckt in meinem Körper, sonst wäre es anders gelaufen.“ Susanne Hahn wird erstmals auf die Cross-Weltmeisterschaften verzichten und bereits am 15. April in Paris am Marathonstart stehen. „Da ist mir die WM in Mombasa einfach zu riskant. Für Paris habe ich mich entschieden, weil hier das Frauenfeld dichter ist als in Rotterdam, meinem Debütmarathon im Vorjahr.“

Bei den Männern setzten sich überraschend mit Eshete Wondimu und Juwawo Wirimai zwei Nobodies aus dem Rennstall von Jos Hermens durch. Der 22-jährige äthiopische Sieger kam bei seinem ersten Auftritt auf europäischem Boden vor wenigen Tagen beim Silvesterlauf in Trier auf Rang zwei – und stand nun bereits auf dem Siegerpodest. Mit 1:04:14 Stunden gab es letztlich einen doch klaren Sieg vor seinem schärfsten Konkurrenten, dem aus Zimbabwe stammenden Wirimai (1:04:27). Vorjahressieger Kamiel Maase (1:04:34) half die starke Unterstützung seitens der gut 20.000 Zuschauer nichts. Für den langen Holländer blieb nur Rang drei. Der als Favorit gestartete zweifache Sieger Wilson Kigen wurde Siebenter.

Einen Achtungserfolg landete der deutsche Berglauf-Vizemeister Timo Zeiler (Trochtelfingen), der auf der Halbmarathondistanz als 27. sogar in persönlicher Bestzeit von 1:10:26 Stunden einlaufen konnte. Wilfried Raatz