Frostige Temperaturen

Die richtige Laufbekleidung im Winter

Im Winter ist die Wahl der richtigen Laufbekleidung besonders wichtig. Lesen Sie hier, was Sie unbedingt beachten sollten.

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Die richtige Winter-Laufbekleidung stellt sicher, dass das Laufen im Winter kein frostiges, sondern ein fröhliches Erlebnis wird.

Bild: Norbert Wilhelmi

Das perfekte Laufshirt: Die optimale Größe des Shirts können Sie nur durch die Anprobe erkennen. Es sollte sich dem Körper anpassen, aber nicht Ihre Laufbewegungen einschränken. Bitte auch kein Schlabberlook, dann kann das Shirt seine Funktion nicht mehr erfüllen, nämlich ein angenehmes Trageklima schaffen und Feuchtigkeit vom Körper leiten. Denn feuchte Textilien leiten die Körperwärme drei- bis fünfmal schneller ab als trockene Kleidung – es droht Unterkühlungsgefahr.

Ein kleiner Kragen ist sinnvoll. Achten Sie auf einen runden, relativ eng anliegenden und hoch abschließenden Halsabschluss. Dieser ist wichtig, weil sonst Kältezonen durch Luft und Feuchtigkeit entstehen können. Angenehm zu tragen, sind Shirts mit Raglan-Schnitt. Bei diesen Modellen verlaufen die Nähte schräg abwärts vom Hals bis zur Achsel und nicht auf den Schultern. Dann sitzt die Funktionsjacke drüber besser – und es werden Kältebrücken vermieden.

Die Körperkerntemperatur des Menschen beträgt etwa 37 Grad Celsius.

Bild: Norbert Wilhelmi

Die Körperkerntemperatur des Menschen beträgt etwa 37 Grad Celsius. Aber schon leichte Abweichungen können ein Unwohlsein hervorrufen. Deshalb ist jederzeit ein ausgeglichenes, gleichmäßiges Körperklima anzusteben.

Kältebrücken entstehen jedoch leicht an Stellen, wo die Haut ungeschützt der kalten Luft ausgesetzt ist. Ewa an zu weiten Halsausschnitten, im Pulsbereich bei zu kurzen Ärmeln oder im Brustbereich bei geöffneter Jacke. Die Folge: Es ensteht schnell ein allgemeines Unwohlsein, auch wenn der Körper sonst gut gewärmt ist. Auch hier gilt: Bekleidungsteile erst anprobieren, auf guten Sitz achten.

Tight ist nicht gleich Tight: Für jeden Einsatzzweck und für alle Jahreszeiten gibt es spezielle Tights. Unterschiede gibt es nicht nur bei der Länge, sondern auch bei Materialdicke und -beschaffenheit. Eine warme Wintertight ist leicht gefüttert und mitunter sogar mit Windstopper oder einer anderen Membran ausgerüstet, die den Wind (und somit die Kälte) abhält.

Die Wintertight darf ruhig etwas weiter geschnitten sein, sollte auf keinen Fall zu klein sein oder zu eng sitzen. Und sie muss lang genug sein, damit keine Kältebrücken entstehen bei ungeschützter Haut.

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Bild: Norbert Wilhelmi

An Wintertagen ohne Niederschlag reicht statt einer Funktionsjacke ein wärmendes Oberteil aus.

Ventilations-Schlitze: Als äußere Schicht kommen an kalten Tagen wärmende Oberteile, Microfaserjacken oder Funktionsjacken mit Membran in Frage. Mebrane sind hauchdünne Zwischenschichten, die von außen wind- und wasserdicht sind. Von innen lassen sie dann aber Wasserdampf durch, wenn es unter der Jacke warm und draußen an der Außenschicht kalt ist, also ein großes Temperaturgefälle besteht.

Zusätzlich sind die Jacken mit einem dünnen Film beschichtet, der auf das Obermaterial aufgetragen ist. Viele Jacken haben eine "Windstopper"-Membran. Diese besteht aus PTFE (Polytetrafluorethylen). Sie ist superleicht und praktisch von außen winddicht. Feuchtigkeitsmoleküle von innen lässt diese Membran aber trotzdem durch.

Außerdem verfügen viele Laufjacken über Ventilations-Schlitze oder sogar Ventilations-Reißverschlüsse. Sie sorgen für einen besseren Tragekomfort. Denn bislang schafft keine Membrane die von den Herstellern propagierte "Atmungsaktivität". Der Ausdruck hat sich eingebürgert, wird überstrapaziert, ist aber eine reine Beschönigung. Ein Luftloch stellt bei Laufbekleidung mit Membran erst die benötigte Atmungsaktivität her. Deshalb empfiehlt sich an Wintertagen ohne Niederschlag und mit trockener kalter Luft anstatt einer Funktionsjacke mit Membran ein wärmendes Oberteil an.

Die zweite oder dritte Bekleidungsschicht: Wintershirts. Sie werden zumeist aus Synthetikfasern hergestellt und sollten so konstruiert sein, dass sie Feuchtigkeit von der Haut nach außen weiterleiten. Laufshirts dienen in der Regel als Zwischenschicht zwischen der Funktionswäsche auf der Haut und der Oberschicht in Form einer Funktionjacke oder eines wärmenden Oberteils.

Mütze und Handschuhe gehören im Winter zu den wichtigen Accessoires. Über Kopf und Hände gibt der Körper am meisten Wärme ab – aber auch Feuchtigkeit/Schweiß. Deshalb sollten Laufmütze und Laufhandschuhe unbedingt aus Funktionsmaterial bestehen. Als Kopfbedeckung reicht oft auch ein dünnes, faltbares Mikrofaser-Schlauchtuch (Buff, Hed).

Dünne Laufhandschuhe sind im mitteleuropäischen Winter ausreichend, lassen sie sich doch unterwegs gut verstauen. Fingerhandschuhe eignen sich zum Laufen grundsätzlich besser als Fäustlinge. Statt dicker Fütterung sind sie oft aus Microfleece und unter Umständen auch mit Windstopper-Membran ausgerüstet, zumindest auf der Oberseite, dem Handrücken (z.B. von Hestra, Gore Running Wear, Asics, Odlo).

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