Kleine Biester

Zecken - Gefahr beim Laufen

Bei jedem Lauf durch die Natur lauern die Zecken auf der Wiese und im Gebüsch, daher ist Vorsicht geboten. So schützen Sie sich vor den kleinen Blutsaugern.

Zecken-Check für Läufer: 5 Fotos

Zecke

Zecken: Die kleinen Blutsauger lauern überall.

Bild: iStockphoto.com/ Radojko Maksimovic

Zecken sind keine Insekten, sondern parasitär lebende Spinnentiere. Für ihre Blutmahlzeit benötigen sie einen Wirt. Neben zahlreichen Tierarten nehmen Zecken auch mit Menschen vorlieb. Entgegen der weit verbreiteten Ansicht, Zecken ließen sich von Bäumen fallen, lauern die stecknadelkopfgroßen Parasiten überall – im Wald, in Parks, auf Wiesen, ja sogar im eigenen Garten: Die Achtbeiner dringen immer häufiger in den Lebensraum des Menschen vor. Dabei sind oft Haustiere die Überträger, denn solange die Blutsauger sich noch nicht am Wirtstier festgesogen haben, können sie beim Streicheln oder Bürsten auf den Menschen überspringen. Beim Laufen mit dem Hund ist also Vorsicht geboten. Zecken verfügen an den Vorderbeinen über ein sogenanntes Haller’sches Organ, mit dem sie Buttersäure und Ammoniak im Schweiß sowie Kohlendioxid riechen können.

Sind Sie als Läufer viel im Wald oder in Parks unter­wegs, sollten Sie sich vorsehen. Schon ein flüchtiges Streifen des Astes, auf dem der Parasit lauert, kann dazu führen, dass dieser auf Sie oder Ihren Hund überspringt.

Zum Blutsaugen bevorzugen Zecken gut durchblutete Körperpartien wie Achselhöhlen, Kniekehlen oder die Leistengegend. Sie verfügen über einen Stechrüssel mit Widerhaken, mit dem sie sich unter die Haut graben.

Ist eine Zecke mit Blut vollgesogen, lässt sie sich abfallen. So unangenehm allein die Vorstellung ist, einen Blutsauger mit sich herumzutragen – viel schlimmer sind die Folgen des Stichs: Zecken sind als Überträger gefährlicher Krankheiten gefürchtet. Die bekanntesten sind die Lyme-Borreliose und die Frühsommer-Hirnhautentzündung (FSME). Den Zeckenbiss spürt man nicht, da die Einstichstelle mit einem Sekret betäubt wird. Die Zecke kann bis zu 15 Tage am Körper des Wirts verweilen.

FSME-Virus: Die Gefahr nimmt von Jahr zu Jahr zu

2013 erkrankten in der Bundesrepublik 420 Menschen an der Frühsommer-Meningo­enzephalitis, die zu einer Gehirnhaut- oder Hirnentzündung führen und im schlimmsten Falle sogar tödlich enden kann. Zecken, die das FSME-Virus in sich tragen, sind vermehrt in süddeutschen Regionen zu finden. Allerdings werden aufgrund der Klimaerwärmung die Lebensbedingungen der kleinen Vampire besser und die Risikogebiete kontinuierlich größer.

So wurde die ursprünglich nur in Süddeutschland beheimatete Auwaldzecke inzwischen auch in Brandenburg heimisch. Diese Parasitenart ist in der Lage, Babesiose (Hundemalaria) auf Hunde zu übertragen. Für das Tier verläuft eine Infektion zumeist tödlich. Tierärzte raten Haltern daher, möglichst frühzeitig durch Zeckenhalsbänder und spezielle Shampoos vorzubeugen.

Allen Personen, die in FSME-Gebieten leben oder Urlaub machen und sich im Freien aufhalten, empfehlen Experten die FSME-Impfung. Es sollte darauf geachtet werden, dass der Impfschutz vollständig ist und zeitgerecht aufgefrischt wird.

Studien zeigten, dass gerade die Auffrischimpfung nach 3-5 Jahren häufig vergessen wird. Da es keine Medikamente gegen das krank machende Virus gibt, sei die Impfung die einzige Möglichkeit die Krankheit effektiv zu vermeiden. Ein Dreiviertelschutz ist bereits innerhalb von vier Wochen zu erwarten. Die Kosten werden von den meisten Krankenkassen übernommen.

Kein Impfschutz gegen Borreliose

Die häufigste von Zecken übertragene Erkrankung ist jedoch die Borreliose. Bereits jede dritte bis fünfte Zecke trägt mittlerweile die gefähr­lichen Borrelien in sich. Nach Schätzungen des Berliner Robert Koch Instituts erkranken in Deutschland jedes Jahr knapp 40.000 bis 80.000 Menschen an der Krankheit, die Nervensystem, Gelenke und Gewebe angreift. Und Experten rechnen damit, dass die Blutsauger sich in Deutschland weiter ausbreiten. Gegen die Lyme-Borreliose dagegen kann man sich bislang nicht impfen lassen. US-Forscher haben zwar eine neue Antibiotika-Kombina­tion entwickelt, allerdings ist dieser Impfstoff hierzulande nicht zugelassen, da sich die Stämme des Erregers in Europa zu stark voneinander unterscheiden. Lyme-Borreliose sollte daher frühzeitig mit konventionellen Antibiotika behandelt werden, um bleibende Schäden zu vermeiden. Spätere Krankheitssymptome sind oft so unspezifisch, dass ein Zeckenstich als Ursache möglicherweise gar nicht erkannt wird.

Wenn Sie beim Laufen oder Joggen von einer Zecken gebissen wurden, sollten Sie die Wunde gut beobachten und bei ersten Krankheitssymptomen umgehend einen Arzt aufsuchen. Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob Sie die Zecke richtig entfernt oder sonstige Bedenken haben, sollten Sie ebenfalls einen Experten befragen.

Wie schützt man sich als Läufer? Was muss man beachten, wenn man mit einem Hund läuft?

Einen hundertprozentigen Schutz für Läufer und andere Outdoor-Sportler gibt es leider nicht. Geschlossene Kleidung beim Laufen trägt zwar dazu bei, die Blutsauger abzuwehren, doch sieht man als Läufer im Sommer wohl eher davon ab, sich Strümpfe über eine lange Laufhose zu stülpen. Nach jedem Lauf im Freien sollte daher der ganze Körper abgesucht werden. Entdeckt man eine Zecke, muss man sie umgehend entfernen. Weitere Tipps zu Vorbeugung und Erster Hilfe bei Zeckenbissen finden Sie auf der nächsten Seite.

Nähere Informationen erhalten Sie auch unter www.borreliosebund.de.

Die aktuellen Risikogebiete für FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) finden Sie auf der Seite des Robert-Koch-Insituts: www.rki.de

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