Ausprobiert

Wie fühlt es sich an, verkleidet zu laufen?

Unsere Praktikantin ging für unsere Serie "Ausprobiert" im Matrosenkostüm bei einem Laufwettkampf an den Start.

Ausprobiert - wie fühlt es sich an, verkleidet zu laufen?

Unsere Praktikantin tauschte ihre Funktionskleidung gegen ein Matrosenkostüm.

Bild: Urs Weber

Die Bedingungen:
1. Der Lauf im Kostüm muss im Rahmen eines Wettkampfes stattfinden.
2. Das Kostüm sollte ein Mindestmaß an Auffälligkeit garantieren.
3. Das Kostüm darf während des gesamten Rennens nicht ausgezogen werden.
4. Fotos im Kostüm (auch mit und von Mitläufern) sind zu dulden.


Ab und zu hatte ich schon mal Läufer gesehen, die verkleidet bei einem Wettkampf mitliefen. „Aber was versprechen die sich davon?“, dachte ich jedes Mal, wenn ich sie sah. Gab ihnen das etwa den ganz besonderen Kick? Irgendwann war klar, dass ich es auch einmal ausprobieren wollte. Als ideales Laufevent für diesen Test bot sich der „Lauf zwischen den ­Meeren“ an, ein 95,5 Kilometer langer Teamstaffellauf zwischen Husum an der Nordsee und Damp an der Ostseee, an dem ­unser Redaktionsteam als Staffel teilnahm. Doch die erste Frage, die sich mir stellte: Als was sollte ich mich verkleiden? Ich entschied mich dazu, ein Kostüm zu wählen, das thematisch in den Kontext der Veranstaltung passte. Und was bot sich beim Lauf zwischen den Meeren mehr an als ein Matrosenkostüm!

Am Tag des Laufs war es zu meiner Erleichterung weder sehr warm noch regnerisch und mein Laufabschnitt mit knapp neun Kilometern hatte eine angenehme Länge. Ich begab mich in meinem Matrosenkleidchen und -häubchen – beides bestand aus leichtem, aber nicht funktionalem Stoff – an den Start. Schon da merkte ich, was das Laufen im Kostüm so besonders macht: Mir wurden auffällig oft sowohl verwunderte als auch belustigte ­Blicke zugeworfen und das ein oder andere Kompliment bekam ich auch („Du siehst aber süß aus!“, „Kann ich ein Foto von dir machen?“). Ich fühlte mich darin bestätigt, mit diesem Kostüm die richtige Wahl getroffen zu haben.

Als meine Kollegin Britta mir den Staffelstab übergab, begann ich in meinem gewohnten Tempo zu laufen. Die ersten Kilometer waren noch sehr schattig und das Laufgefühl war nicht anders als sonst. Doch nach ungefähr vier Kilometern lief ich in der prallen Mittagssonne und spürte nun, welche Nachteile das Kostüm hatte. Mir war ex­trem heiß und ich hatte das Gefühl, dass meine Verkleidung eine Sauna war. Der Stoff sog sich mit Feuchtigkeit voll und eine Temperaturregu­lation gehörte offensichtlich ebenfalls nicht zu den Features des Kleidchens. Als mir gerade besonders heiß wurde, wurde ich überholt und hörte den Läufer rufen: „Bestes Outfit!“. Okay, nun waren die Nachteile schnell wieder vergessen. Ich gab noch einmal Gas und übergab schließlich schweißgebadet den Staffelstab.

Wer’s mag – so fällt man auf!

Wenn das Wetter mitspielt, ist der Spaßfaktor hoch. Bestzeiten sind im Kostüm aber eher nicht drin und lange Distanzen würde ich damit auch nicht laufen.

Ausprobiert - Wie fühlt es sich a:

Wie fühlt es sich an, in der Fußg...