Ausprobiert

Wie fühlt es sich an, mit Hund zu laufen?

Unser Redakteur suchte sich für unsere Serie "Ausprobiert" einen tierischen Trainingsbegleiter.

Daniel mit Hund

Wer führt hier wen an der Leine? Das fragte sich auch ­unser Redakteur, während er darum kämpfte, in Jakes Windschatten zu bleiben.

Bild: Marie Simons

Die Bedingungen:
1. Unser Redakteur lief zum ersten Mal mit einem Hund – und das zwölf Kilometer weit.
2. Das Tier war es gewohnt zu laufen, auch längere Strecken.
3. Die in der Stadt Hamburg geltende Anleinpflicht wurde eingehalten.
4. Pinkelstopps wurden dem Hund nur zu Beginn des Laufs gewährt.


Der Erste, der hechelt, bin ich. Keinen halben Kilo­meter, nachdem mir der Besitzer die Leine in die Hand gedrückt und mir seinen Hund Jake anvertraut hat, schnaufe ich wie eine Lok. Denn Jake, ein charakterstarker Mischling aus Gran Canaria mit einem tatsächlich diagnostizierten Sportlerherz, muss da wohl etwas missverstanden haben: Leinenübergabe bedeu­tet nicht „Leinen los!“. Trotzdem reizt Jake immer wieder die Hundeleine komplett aus und greift mit jedem zusätzlichen Ziehen nun störend in meine Laufbewegung ein. Nachlaufen? Zurückpfeifen? Nichts hilft. Ich bin etwas genervt.

Pinkelpause. Nicht Jakes erste, aber die erste, bei der ich mich ihm anschließe, um mal tief durchzuschnaufen. Dieses Stop-and-go zerrt ganz schön an meiner Kraft und – zugegeben – auch an meinen Nerven. Dass es auch anders geht, beweisen die vielen Vor­zeigeherrchen mit ihren Vorzeigehunden, denen wir unterwegs begegnen. Pah, Ehrensache, dass wir die alle überholen! Wenn wir schon nicht so gut harmonieren, sollten wir doch wenigstens schneller sein als die anderen – in diesem Punkt sind Jake und ich uns einig und wetzen auf den Parkwegen um die Wette.

Doch just, als wir nach sechs Kilometern wenden und ich gerade anfange, Jakes Pacemaker-Qualitäten zu schätzen, ist der Hund plötzlich wie aus­gewechselt: kein Vorrennen mehr, kein Reißen an der ­Leine, keine abrupten Stopps. Und selbst die Pinkelpausen verkneift sich Jake überraschenderweise. So wird aus dem Tempowechsellauf schließlich doch noch ein harmonisches Dahingleiten Seite an Seite im wärmenden Rot der Abendsonne – und aus dem unberechen­baren Frontrunner Jake ein treuer Begleiter, der mir nicht mehr von der Seite weicht. Hat Jake mich schließlich doch noch akzeptiert? Oder ist er schlichtweg platt? Was immer es auch war, es wird sein Geheimnis bleiben.

Mit einem Hund laufen zu gehen ist eine Win-win-Situation

Ist ein Hund nun ein idealer Trainingsbegleiter oder doch nicht? Hätte man mir diese Frage nach dem Hinweg gestellt, wäre meine Antwort ein ganz klares Nein gewesen. Denn als ambitionierter Läufer, denke ich, braucht man einen Hund, der weniger eigensinnig ist und sich dem Tempo des Läufers anpasst. Aber zum Glück hat Jake mir auf der zweiten Hälfte des Laufs dann doch noch bewiesen, warum es toll ist, mit einem Hund zu laufen: Als Hundebesitzer ist man ja ohnehin zum Gassigehen ge­nötigt, also kann man das auch gleich in Laufschuhen erledigen. Eine echte Win-win-Situation, denn das eint uns Zwei- mit den Vierbeinern: Wir brauchen beide viel Auslauf.

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