Läufer-Beschwerden

Verdauungsprobleme mindern Leistung vieler Läufer

Viele Läufer erreichen wegen Problemen mit dem Magen- und Darmtrakt nicht ihre volle Leistungsfähigkeit.

Verdauungsprobleme mindern Leistung vieler Läufer

Wegen Verdauungsprobleme können viele Läufer ihre Leistungsfähigkeit nicht ausschöpfen.

Bild: Norbert Wilhelmi

Laufen ist gesund, aber Sport stellt auch ein Risiko dar. Dies gilt für das Verdauungssystem genauso wie für jedes andere Organsystem. Gerade Läufer leiden immer wieder an Symptomen wie Übelkeit und Erbrechen, Sodbrennen oder Durchfall. Bei einem Teil der Athleten beeinträchtigen die Probleme das Training oder vermindern die mögliche Leistung.

Die Beschwerden hängen ab von der Qualität und Quantität der Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme, aber auch von Trainingsintensität und -umfang. Das geht aus einer in der Zeitschrift für Sportmedizin veröffentlichten Untersuchung von Prof. Mooren und B. Stein von der Justus-Liebig Universität Gießen hervor. Je schneller und länger gelaufen wird, umso größer ist die Gefahr, Probleme mit dem Magen- und Darmtrakt zu bekommen. Allerdings muss deutlich betont werden, dass die schwerwiegenden Zwischenfälle doch sehr selten auftreten. Nichtsdestotrotz zeigt die hohe Zahl der Athleten mit moderater Symptomatik, dass der Verdauungstrakt offensichtlich ein sensitiver Indikator sein kann für das Verhältnis der aktuellen Leistung zur Leistungsfähigkeit und Belastbarkeit sowie den sportlichen Rahmenbedingungen, wie z.B. dem Flüssigkeitsstatus.

Bei Problemen empfiehlt es sich aus trainingsmethodischer Sicht zunächst, im Trainingsplan die Intensität der Einheiten zu reduzieren. Gelingt es hierdurch, die Symptomatik zu mildern oder zu beseitigen, sollten im weiteren Trainingsaufbau die Trainingsintensitäten und -umfänge nur allmählich gesteigert werden, um eine entsprechende Anpassung zu gewährleisten. Ist der Athlet hierzu jedoch nicht bereit, weil er z.B. seine Wettkampfziele in Gefahr sieht, kann alternativ eine Variation der Belastungsart erwogen werden. Dieses sogenannte „Cross-Training“ (z.B. vom Laufen zum Radfahren) kann hilfreich sein, weiterhin relevante Trainingsstimuli zu setzen.

Konkrete Handlungsempfehlungen zur Vermeidung von Problemen mit dem Magen-Darmtrakt bei Läufern:

  • Gut trainiert und vorbereitet zu sein, ist die wichtigste Grundlage
  • Ausreichende Hydratation vor Beginn und während des Wettkampfs sicher stellen
  • Bereits während der Trainingsphasen ein Trinkschema entwickeln
  • Vermeidung übermäßiger Nahrungsaufnahme vor und während des Wettkampfs
  • Vermeidung hochkalorischer, hypertoner Nahrungsmittel und Getränke 30-60 Minuten vor und während des Wettkampfs
  • Vermeidung einer hohen Aufnahme an Ballaststoffen vor dem Wettkampf
  • Beschränkung von entzündungshemmenden Medikamenten
  • Toilettengang vor dem Wettkampf