Joggen gegen Krebs

Übergewicht erhöht Krebsrisiko

Regelmäßiges Laufen und die damit verbundene Reduzierung von Übergewicht verringert das Risiko, an Krebs zu erkranken.

Abnehmen mit Laufen verringert Krebsrisiko

Wer regelmäßig läuft, beugt Übergewicht vor und verringert so sein Risiko an Krebs zu erkranken.

Bild: iStockphoto.com / wojciech_gajda

Übergewicht und Fettleibigkeit sowie die damit einhergehenden Stoffwechselstörungen sind ernstzunehmende Risikofaktoren bei einer Vielzahl an Krebserkrankungen. Zu den Erkrankungen, bei denen ein gesicherter Zusammenhang zu Übergewicht besteht, zählen Nierenkrebs, Darmkrebs, Brustkrebs nach den Wechseljahren sowie vor allem Krebs der Speiseröhre und der Gebärmutterschleimhaut. „Inzwischen sind wir an einem Punkt, an dem wir die Fettleibigkeit als Krebsrisikofaktor mindestens genauso ernst nehmen müssen wie das Rauchen“, sagt Prof. Dr. Otmar D. Wiestler, der Vorstandsvorsitzende des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ).

Der DKFZ-Epidemiologe Prof. Dr. Rudolf Kaaks betont, dass man die Krebsarten, bei denen Übergewicht erwiesenermaßen eine Rolle spielt, getrennt betrachten muss: So gilt in der Hälfte der Fälle von Krebs der Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) Übergewicht als Ursache, beim häufigen Brustkrebs nach den Wechseljahren gehen nach heutigen Schätzungen etwa 20 Prozent auf das Konto von Übergewicht und Fettleibigkeit.

Welche physiologischen Zusammenhänge zwischen Übergewicht und Krebs bestehen, erforscht Prof. Dr. Stephan Herzig, Stoffwechselexperte im DKFZ: „Veränderte Insulin- und Geschlechtshormon-Spiegel werden lange schon als Ursache diskutiert. Inzwischen wissen wir, dass auch die so genannten Adipokine, Hormone, die das Fettgewebe selbst ausschüttet, das Krebswachstum fördern.“ Außerdem gilt unter Stoffwechsel-Fachleuten die Fettleibigkeit als chronisch-entzündlicher Zustand; die zahlreichen Entzündungszellen im Fettgewebe geben entzündungsfördernde Botenstoffe ab, was die Krebsentstehung begünstigt.

Prof. Dr. Karen Steindorf, die im Deutschen Krebsforschungszentrum und im Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg die Effekte von körperlicher Aktivität bei Krebs untersucht, weist darauf hin: „Beleibte Menschen können ihr Krebsrisiko durch Sport auch dann senken, wenn sie dabei gar nicht deutlich abnehmen.“ Übergewicht und mangelnde körperliche Aktivität sind bei zahlreichen Krebsarten wie z.B. Darmkrebs oder Brustkrebs nach den Wechseljahren weitgehend voneinander unabhängige Risikofaktoren. Das bedeutet, dass körperliche Aktivität nicht nur vor Krebs schützt, indem sie Menschen abnehmen lässt, sondern auch über andere physiologische Mechanismen, die noch untersucht werden.

Quelle: PM 02.02.2012, Informationsdienst Wissenschaft