Gesundheit

Stark, aber sensibel

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Wenn die Achillessehne schmerzt.

Bild: Claus Dahms

Typische Symptome einer Achillessehnenreizung sind Anlaufschmerzen und Steifigkeit. Vereinzelt können auch Knötchen an der Sehne zu ertasten sein. Diagnostiziert wird die Reizung durch Ultraschall. Meist verringern sich die Schmerzen bei Belastung zunächst. Mit zunehmendem Alter steigt die Wahrscheinlichkeit einer Achillessehnenreizung. Fußdeformitäten, Kraftdefizite der unteren Extremitäten sowie ein hohes Körpergewicht gelten als zusätzliche Risikofaktoren. Auch die fortgesetzte Einnahme von Antibiotika, Kortison oder Anabolika schwächt das Sehnengewebe.

Warum reagiert die Achillessehne überhaupt so sensibel auf Überlastung? Sie entspringt aus dem Waden- und dem Schollenmuskel, der Sehnenansatz befindet sich am Fersenbein. Im Verlauf der Sehne sind die Fasern um 90 Grad gedreht, was eine hohe Speicherung von Bewegungsenergie ermöglicht. Durchschnittlich ist die Achillessehne 4 bis 6 Millimeter dick. Die Sehne selbst ist nahezu frei von Blutgefäßen, die Blutversorgung erfolgt am Übergang vom Muskel zur Sehne sowie vom Knochen zur Sehne. Der mittlere Sehnenteil wird über Begleitgewebe versorgt, hier – 4 bis 6 Zentimeter vom Ansatz entfernt – ist die Gefäßdichte am geringsten und die Sehne am anfälligsten. Doch ausgerechnet an dieser Stelle ist die mechanische Belastung beim Laufen am stärksten: Das Zwölfeinhalbfache des Körpergewichts kann hier auf die Achillessehne einwirken.

Anja Hirschmüller, Ärztin im Department Orthopädie und Traumatologie der Uniklinik Freiburg, forscht nach möglichen Ursachen einer Achillessehnenreizung und stellt ein überraschendes Ergebnis vor: „Entgegen der gängigen Annahme einer lokalen Entzündung scheint vielmehr eine wiederkehrende Überlastung dazu zu führen, dass die Sehne und das Begleitgewebe sich verändern.“ Dabei sprießen kleine Gefäße und freie Nervenenden in die Sehne ein. Werden diese gereizt, entsteht Schmerz.

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