Aktuelle Studie

Sportler überleben Herzstillstand häufiger

Sportlich aktive Menschen haben eine dreimal höhere Chance, einen Herzstillstand zu überleben.

Sportler überleben Herzstillstand häufiger

Bild: iStockphoto.com/comotion_design

Menschen, die während oder kurz nach sportlichen Aktivitäten einen Herzstillstand erleiden, haben eine dreimal so hohe Überlebenschance wie Personen, bei denen es außerhalb eines sportlichen Zusammenhangs zum Herzstillstand kommt. Das zeigt die niederländische ARREST-Studie, die auf dem Kongress der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie (ESC) in München präsentiert wurde.

Das Forscherteam erfasst in einer Datenbank alle Reanimations-Einsätze in der Region Amsterdam und Umgebung (Nordholland) mit rund 2,4 Millionen Einwohnern. Für die aktuelle Studie wurden alle außerhalb eines Krankenhauses aufgetretenen Fälle von Herzstillstand im Zeitraum 2006 bis 2009 analysiert.

Jährlich gab es durchschnittlich knapp 50 Fälle von Herzstillstand in einem sportlichen Zusammenhang, das sind nur 5,8 Prozent aller erfassten Herzstillstand-Fälle. Insgesamt wurden im Studienzeitraum 145 Fälle von Herzstillstand verzeichnet, die mit sportlichen Aktivitäten in Zusammenhang standen. „Körperliche Betätigung ist zweifellos ein besonders guter Beitrag zur Herzgesundheit“, so Dr. Arend Mosterd von der Universitätsklinik Utrecht. „Training kann aber in manchen Fällen auch zum Auslöser für einen tödlichen Herzstillstand werden. Diese Fälle führen dann zu großer Aufmerksamkeit und zu Bedenken über den gesundheitlichen Nutzen von Sport.“

Doch laut Studie haben die sportlichen Personen eine deutlich bessere Prognose: Bei ihnen lag die Überlebensrate bei 45 Prozent und war somit dreimal höher als bei den Menschen, die den Herzstillstand in einem anderen Zusammenhang erlitten (15 Prozent). Keiner der Sportler hatte, im Gegensatz zur anderen Patienten-Gruppe, einen schwerwiegenden neurologischen Schaden.

Ein möglicher Hintergrund für diesen Vorteil, so die Forscher: Die sportlichen Herzstillstand-Opfer sind nicht nur jünger (58,8 vs. 65,5 Jahre), das Ereignis findet bei ihnen auch viel häufiger in der Öffentlichkeit statt (99,3 Prozent vs. 25,3 Prozent), wird öfter von Zeugen beobachtet (89 vs. 75,7 Prozent), und bei ihnen wird öfter noch vor dem Eintreffen des Rettungsteams von zufällig Anwesenden Erste Hilfe geleistet, mittels Mund-zu-Mund-Beatmung (86,2 vs. 64,4 Prozent) oder mit einem öffentlich zugänglichen Defibrillator (35,2 vs. 22,2 Prozent).

Quelle: PM 26.08.2012, Informationsdienst Wissenschaft