Soziale Kompetenz

Sportler sind nicht automatisch teamfähiger

Ob Läufer oder Mannschaftssportler - wer Sport treibt, besitzt im Arbeitsleben nicht automatisch eine höhere soziale Kompetenz.

Sportler nicht automatisch teamfähiger

Bild: iStockphoto.com/Steve Debenport

Es gibt keinen Zusammenhang gibt zwischen sozialer Kompetenz und sportlichem Engagement. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie der Hochschule Osnabrück, die damit das Credo der Personalauswahl entkräftet. „Im Lebenslauf wird die Angabe, sportlich aktiv zu sein, von vielen Arbeitgebern gern gesehen und gilt als Indikator für soziale Kompetenz“, erläutert Prof. Dr. Uwe Kanning, Experte für Diagnostik und Personalauswahl an der Fakultät für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften. Was auf den ersten Blick eine plausible Hypothese ist, deckt sich allerdings nicht mit tatsächlichen Erfahrungswerten.

Für die Studie füllten 360 Probanden einen Fragebogen zur Messung sozialer Kompetenzen aus und gaben an, ob sie sportlich aktiv sind – entweder in einer Mannschaft oder in einer Einzelsportart. Das Ergebnis: „Im Abgleich unserer Erhebung mit einer Normstichprobe von 4.000 Menschen konnten wir feststellen, dass es im Blick auf die soziale Kompetenz keine signifikanten Unterschiede gibt. Zudem unterscheiden sich Sportler nicht von Menschen, die keinen Sport treiben“, erklärt der Wirtschaftspsychologe Kanning.

Trotzdem ist beim Blick auf die Methoden der Personalauswahl besonders die hohe Wertschätzung von Mannschaftssport allgegenwärtig. Beispielhafte Auszüge aus Ratgeber-Artikeln: „Üben Sie dagegen eine Mannschaftssportart aus, sagt dies einiges über Ihre Teamfähigkeit aus.“ Auch hier zeichnet die Osnabrücker Studie ein anderes Bild. „Es gibt keinen Hinweis darauf, dass Mannschaftssportler teamfähiger sind als Einzelsportler“, berichtet Kanning.

Quelle: PM 20.08.2012, Informationsdienst Wissenschaft