Erkenntnis Nr. 2

Sind Afrikaner schneller als Weiße?

Werden weiße Läufer, die in Afrika leben, dennoch nie so gut wie einheimische Läufer?

Die Brüder Jake und Zane Robertson aus Neuseeland sind begeisterte Läufer. Schon zu Schulzeiten trat ihr außerordentliches Talent zutage, und nach Abschluss ihres Schulexamens entschlossen sich die beiden 2007 zu einem Experiment: Sie wanderten nach Kenia aus, ins Land der weltbesten Läufer, mit dem Ziel, in die Weltspitze vorzudringen. Seit sechs Jahren läuft das Experiment. Die beiden leben und trainieren im Rift Valley, wo die besten kenia­nischen Läufer leben. Sie essen Ugali mit ein bisschen Fleisch und Gemüse, wie die besten Kenianer. Und sie schlafen, wie es die besten Kenianer tun, in einfachen Hütten. Ergebnis: Beide qualifizierten sich für die Weltmeisterschaften in Moskau. Der eine flog über 5000 Meter im Vorlauf raus, der andere wurde 14. Gegen die Afrikaner hatten sie keine Chance.

„Uns fehlt das gewisse Etwas“, sagte Zane nach seinem vorletzten Platz im Finale. Wie eine dänische Studie zeigte, sparen kenianische Läufer allein durch ihre dünneren Beine acht Prozent Energie. „Zudem übersäuern ihre Muskeln nicht so schnell, da sie über besonders große Mengen eines speziellen Eiweißes verfügen“, weiß Zane Robertson. „Die Folge ist, dass sie mit der gleichen Sauerstoffmenge zehn Prozent weiter laufen können als wir“, so der Neusee­länder. „Das holen wir auch dann nicht auf, wenn wir noch sechs Jahre hier bleiben.“

Weiterlesen

Seite 3 von 14
Lesen Sie auf der nächsten Seite:
Der lange Lauf