Erkenntnis Nr. 1

Schneller als ein Rennpferd?

Können Menschen über die Marathondistanz schneller laufen als jedes Rennpferd?

Im kleinen walisischen Dorf Lla­nwr­tyd Wells findet seit 1980 jedes Jahr im Juni der Man Versus Horse Marathon statt. Über 22 Meilen, etwa 35 Kilometer, treten Pferde (mit Reitern) gegen Läufer an. Als 2004 zum ersten Mal ein Mensch die Pferde schlug, galt dies als Sensation. Huw Lobb war der stolze Sieger, der bei hohen Temperaturen Kay Bee Jay, dem schnellsten Pferd, knapp zwei Minuten abnahm. Nur noch ein weiteres Mal kam bisher ein Mensch vor den Pferden an: 2007 durchquerte Florian Holzinger vor Lucy das Ziel. Im Grunde ist aber erstaunlich, dass die Menschen auf dieser Distanz noch nicht öfter gegen die Pferde gewannen – sagt zumindest der Wissenschaftler Alberto Minetti von der University of Manchester. Der fand heraus, dass die berittenen Boten der ersten Post­linien mit Pferdestafetten etwa 20 Kilometer pro Stunde zurücklegten und alle 25 Kilometer die Pferde wechselten. Die besten Marathonläufer laufen etwa genauso schnell, aber doppelt so weit. Der Grund: Pferde haben, gemessen am Körpergewicht, kleinere Energiespeicher und sind nicht in der Lage, ihre schweren Körper bei hohem Tempo zu kühlen. „Außerdem schwitzen sie Eiweiß“, sagt der Zoo­loge Martin Fischer, „das geht richtig an die Substanz.“ Er führt aus: „Wir Menschen können, wenn wir gut trainiert sind, andere Säuger hetzen, bis sie tot umfallen, und das mussten wir früher auch, zwar nicht Pferde, aber sogar noch schnellere Tiere wie Antilopen oder Gnus.“

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