Humanstudie bestätigt

Orangensaft ist gesünder als ganze Früchte

Nährstoffe aus pasteurisiertem Orangensaft werden besser vom Körper aufgenommen als die aus ganzen Früchten. Das haben jetzt Forscher der Universität Hohenheim herausgefunden.

Orangensaft

Carotinoide werden besser aus dem Saft aufgenommen.

Bild: iStockphoto.com / LOVE_LIFE

Orangen sind bekannt für ihren hohen Vitamin C-Gehalt. Außerdem sind sie reich an Carotinoiden und Flavonoiden. Diese Inhaltsstoffe können vor manchen Krebs- und Herzkreislauferkrankungen schützen. Purer Orangensaft wird hingegen von vielen Menschen als Dickmacher angesehen, da er reichlich Fruchtzucker enthält. Die ganzen Früchte galten bisher als gesünder. Doch nun konnte eine Humanstudie der Universität Hohenheim bestätigen: Orangensaft ist doch gesünder als die ganze Frucht.

Wissenschaftler bestätigen Ergebnisse aus Labor-Experiment

Bereits im März 2015 konnten die Forscher der Universität Hohenheim bei einem in-vitro-Modell feststellen, dass die Inhaltsstoffe von Orangensaft besser aufgenommen werden können, als aus einer ganzen Frucht. Jetzt konnte dies auch in einer Humanstudie bestätigt werden. Die Ergebnisse wurden im Fachjournal „Molecular Nutrition and Food Research“ veröffentlicht.

12 Probanden durften zunächst 14 Tage lang keine Carotinoid-haltigen Lebensmittel, wie Karotten, Tomaten und Spinat essen. Anschließend erhielt die Hälfte der Personen über zwei Wochen hinweg ein Frühstück mit ganzen Orangen, die andere Hälfte bekam stattdessen pasteurisierten Orangensaft. Nach dem Frühstück wurden über 10 Stunden hinweg 8 Blutproben entnommen. Das Ergebnis: Rund doppelt so viele Carotinoide befanden sich anschließend im Blut der Orangensaft-Gruppe.

Ballaststoffe hemmen die Aufnahme der wertvollen Inhaltsstoffe

Durch das Herstellungsverfahren von Orangensaft werden Ballaststoffe, wie Pektine und Cellulose von den anderen Nährstoffen abgetrennt. Diese Ballaststoffe sind zwar gut für die Verdauung, hemmen aber die Aufnahme der wertvollen Carotinoide und Flavonoide. In einer ganzen Frucht sind deutlich mehr solcher Ballaststoffe vorhanden, als im Saft. Folglich kann der Körper aus dem Saft besser Carotinoide und Flavonoide absorbieren. Außerdem werden beim Kauen nicht alle Zellen der Frucht aufgespalten, was dazu führt, dass die Inhaltsstoffe verschlossen bleiben und schlechter verwertet werden können.

Läufer können von den Ergebnissen profitieren

Nach intensiven Trainingseinheiten sind im Körper viele freie Radikale vorhanden, die die Körperzellen schädigen können. Carotinoide und Flavonoide schützen die körpereigenen Zellen jedoch effektiv vor solchen freien Radikalen. Nach dem Training ein Glas Orangensaft zu trinken bringt also nicht nur frische Energie, sondern kann dem Körper auch bei der Regeneration helfen.

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