Nach Zeckenbiss auftragen

Neues Gel gegen Borreliose getestet

Mittlerweile sind, je nach Region, bis zu 35 Prozent der Zecken mit Borrelien-Bakterien infiziert. Ein neues Gel soll nun der Gefahr von Borreliose nach einem Zeckenbiss vorbeugen.

Neues Gel gegen Borreliose getestet

In der warmen Jahreszeit genießen viele Läufer ihr Training in der freien Natur. Doch das milde Frühjahr hat auch die Zecken aktiviert. Ein neues Medikament soll nun der Gefahr von Borreliose nach einem Zeckenbiss vorbeugen.

Bild: thinair28 / iStockphoto.com

Sind Sie als Läufer viel im Wald oder in Parks unterwegs, sollten Sie sich vorsehen. Zecken sind zwar nur stecknadelgroß und ihr Biss ist völlig schmerzlos, da der Speichel der Tiere eine betäubende Wirkung hat. Aber sie sind in der Lage, schwerwiegende Erkrankungen wie Borreliose zu übertragen. Beim schweißtreibenden Training im Sommer - zwischen Juni und September - ist also erhöhte Vorsicht geboten, denn die Parasiten verfügen über ein sogenanntes Haller’sches Organ, mit dem sie Buttersäure und Ammoniak im Schweiß sowie Kohlendioxid erriechen können.

Nun haben Ärzte aus Deutschland und Österreich im Rahmen einer multizentrischen Studie ein neues Medikament getestet, das nach einem Zeckenbiss einfach auf die Haut aufgetragen werden kann, um einer Borreliose vorzubeugen. „Mittlerweile sind, je nach Region, bis zu 35 Prozent der Zecken in Deutschland mit Borrelien-Bakterien infiziert“, warnt Sabine Stauga, Studienärztin am Bernhard-Nocht-Zentrum für Klinische Studien (BNCCT). „Aufgrund des milden Frühjahrs haben wir in Norddeutschland bereits mehr Zeckenbisse beobachtet als gewöhnlich“, sagt Stauga. Und jeder, der von einer infizierten Zecke gebissen wird, könne an Borreliose erkranken. „Tatsächlich erkranken aber nur rund fünf bis zehn Prozent der Gebissenen“, beruhigt Stauga.

Das neue Medikament ist ein antibiotikahaltiges Gel. Es wäre nach erfolgreicher Zulassung das erste Medikament, das vorbeugend wirkt, weil es die Borrelien bekämpft, bevor sie sich im Körper ausbreiten. Der Wirkstoff Azithromycin ist bereits in Tablettenform als Antibiotikum, unter anderem auch bei Borreliose, im Einsatz. Um die Wirkung des Medikaments auf die Bissstelle zu begrenzen und somit Nebenwirkungen zu minimieren, wurde es nun als Gel getestet, was ein Eindringen des Antibiotikums in tiefere Hautschichten ermöglichen sollte. „Mit der neuen Gelformulierung ist jetzt eine wirksame, nebenwirkungsarme Behandlungsmethode gefunden worden. Die bisherigen Studienergebnisse sind als erfolgreich einzustufen und sprechen dafür, dass das Gel sehr gut wirkt“, resümiert Stauga. Die Studien zeigten, dass das antibiotikahaltige Gel leicht in die Haut gesunder Menschen eindringe und gut verträglich sei.

Quelle: PM 04.06.2012, Informationsdienst Wissenschaft

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