Risiko Herzerkrankung

Nach Infekt nicht zu früh zum Sport

Wer krank oder noch geschwächt von einer Krankheit zu früh wieder läuft, riskiert eine Herzerkrankung.

Nach Infekt nicht zu früh zum Sport

Wer zu früh wieder läuft, riskiert eine Herzerkrankung.

Bild: iStockphoto.com/comotion_design

Wer Sport treibt und die eigenen Leistungsgrenzen auszuloten will, sollte dabei auch kerngesund sein warnt die Deutsche Herzstiftung. Gefährlich für das Herz kann es werden, wenn man sich krank oder noch geschwächt von einer Krankheit sportlich betätigt oder anderen körperlichen Belastungen aussetzt. Denn bei vermeintlich banalen Erkrankungen wie zum Beispiel Grippe oder Magen-Darm-Infektionen kann auch der Herzmuskel in Mitleidenschaft gezogen sein. Bei einer solchen Myokarditis, die oft gar nicht bemerkt wird, ist körperliche Belastung Gift fürs Herz. Im schlimmsten Fall droht der plötzliche Herztod, aber auch eine massive Herzschwäche kann die Folge sein.

„Wer eine Grippe oder eine andere Infektion mit Gliederschmerzen und Abgeschlagenheit hat, gehört ins Bett, denn es könnte der Herzmuskel beteiligt sein“, warnt deshalb Prof. Dr. med. Michael Böhm, Direktor der Klinik für Innere Medizin III/Kardiologie am Universitätsklinikum des Saarlandes, Homburg/Saar. „Dies gilt auch für Infekte, bei denen kein oder nur geringes Fieber auftritt, wie das häufig bei älteren Patienten der Fall ist. Wer sich in dieser Phase körperlich belastet, riskiert sein Leben“, betont das Beiratsmitglied der Deutschen Herzstiftung. Prof. Böhm rät deshalb, mit Sport und anderen körperlichen Belastungen, im Beruf etwa, auf jeden Fall abzuwarten, bis alle Begleitsymptome wie z.B. Gliederschmerzen, Abgeschlagenheit und Fieber abgeklungen sind und man sich wieder wohlfühlt.

Häufigste Ursachen einer Herzmuskelentzündung sind Infektionen durch Viren, etwa bei einer Grippe oder Magen-Darm-Infektion. Auch andere Erreger und Erkrankungen kommen als Auslöser in Frage. Symptome einer Herzmuskelentzündung können sein: Abgeschlagenheit und allgemeine Schwäche, Herzrhythmusstörungen (zum Beispiel Herzstolpern), Luftnot oder Schmerzen in der Brust, wie sie auch bei einem Herzinfarkt auftreten können.

Patienten mit einer Herzmuskelentzündung sollten sich auf alle Fälle drei Monate konsequent schonen: viel Ruhe, keine körperliche Belastung, keinerlei Sport oder Ausdauertraining, wenn möglich Fahrstuhl statt Treppe. Dies gilt selbstverständlich auch für schwere körperliche Arbeit im Beruf. Sport ist erst wieder nach einer Karenzzeit von drei Monaten ab dem Zeitpunkt möglich, zu dem sich die Herzfunktion komplett erholt hat.

Quelle: PM 02.08.2012, Informationsdienst Wissenschaft