Joggen im Rhythmus der Musik

Musik beim Joggen kann Leistung fördern

Ob man mit oder ohne Musik joggt, ist Geschmacksache. Untersuchungen versprechen eine bis zu 20 Prozent höhere Leistungsfähigkeit. Was spricht also dagegen?

Musik zum Joggen

Wer mit beim Joggen Musik hört, kann seine Leistung bis zu 20 Prozent steigern.

Bild: iStockphoto.com/Joshua Hodge Photography

An keiner anderen Frage scheiden sich die Geister so sehr, wie an der, ob man mit oder ohne Musik joggen sollte. Was für die einen ein Tabu ist, ist für andere Quell der Motivation. Und dann ist da noch die Frage, ob Musik die Leistung beim Joggen steigern kann. Viele Profi-Läufer jedenfalls schwören auf musikalische Trainingsbegleitung. In unserer Serie „Playlist“ präsentieren prominente Läufer wie 10.000-m-Europameister Jan Fitschen, Langstreckenläuferin Sabrina - „Mocki“ - Mockenhaupt und Thomas D. von den Fantastischen Vier ihre persönlichen Lieblingssongs. Alle Playlists finden Sie hier.

Basel-Marathon: Run to the Beat
Im Jahr 2010 feierte der Run to the Beat-Marathon in Basel Premiere. Ein Jahr später standen schon 2.500 Läufer an der Startlinie. Das Konzept der Laufveranstaltung ist einzigartig: Musik und Marathon werden gezielt miteinander verbunden. Das heißt nicht nur musikalische Untermalung entlang der Strecke, sondern die Teilnehmer werden geradezu angehalten mit Kopfhörern über die Strecke zu joggen. Hierfür wurde eigens ein Song zum und für den Marathon kreiert, das dazugehörige Album konnte auf der Veranstalterseite heruntergeladen werden. Die Idee, Musik und Marathon zu verschmelzen, trifft aber nicht nur auf Gegenliebe. Kritiker wenden ein, dass der Sinn des Joggens gerade darin liegt, sich allenfalls von der Natur ablenken zu lassen. Statt sich mit Musik zu beschallen, sollte man beim Joggen lieber in seinen Körper hineinhören - oder den rhythmischen Klängen der eigenen Atmung lauschen.

Legale Leistungssteigerung
Für andere ist Musik pure Motivation. Zum eigenen Lieblingssong lässt es sich unbeschwerter joggen, widersprechen Musik-Befürworter. In der Tat haben Untersuchungen ergeben, dass die Leistungsfähigkeit mit Musik ganz legal gesteigert werden kann. Der ehemalige College-Sprinter und Psychologie-Professor an der Brunel University in London, Kostas Karageorghis, untersucht seit 20 Jahren den Einfluss von Musik auf die sportliche Leistung. Er sagt hierzu: „Meine Untersuchungen haben ergeben, dass bei Freizeitläufern durch Musik vor oder während des Laufens nicht nur der Ermüdungszeitpunkt hinausgezögert wird, sondern eine bis zu 20 Prozent höhere Leistungsfähigkeit möglich ist.“ Aber ist jede Musik gleichgeeignet? Nein, sagen die Experten, und fanden bei einer Untersuchung heraus, dass das Verhältnis zwischen Pulsfrequenz und Beats pro Minute (BPM) entscheidend ist. So eigneten sich Musikstücke mit 120 BPM besonders, wenn die Herzfrequenz etwa 85 Prozent des Maximalpulses betrug. Musik mit einem langsameren Rhythmus hingegen passte eher zu lockeren Läufen.

Ob man beim Joggen zum MP3-Player greift ist Geschmacksache. Gleiches gilt grundsätzlich auch für den Wettkampf. Aber hier sollten sich Jogger schon die Frage stellen, ob nicht den Zuschauern zu Liebe auf Stöpsel im Ohr verzichtet werden sollte. Denn wenn jeder Wettkampf-Teilnehmer nur seiner eigenen Playlist Gehör schenkt, dann verlieren Anfeuerungschöre von Zuschauern entlang der Strecke ihren Sinn. Und wer möchte schon einsam Kilometer um Kilometer zurücklegen?

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