Zusatznutzen

Massage beeinflusst Hormonspiegel positiv

Massage beschleunigt die Regeneration, indem sie gesundheitsfördernde Hormone unterstützt.

Massage beeinflusst Hormonspiegel positiv

Viele Läufer gönnen sich gelegentlich Massagen.

Bild: iStockphoto.com/Stills

Viele Läufer gönnen sich gelegentlich Massagen, die laufspezifische Schmerzen oder Verletzungen lindern sollen. Viele Elite-Läufer lassen sich massieren, um Verletzungen vorzubeugen. Eine neue Studie, die aktuell in „Alternative Therapies „ veröffentlicht wurde, verweist auf einen weiteren gesundheitlichen Nutzen der Massage: Sie beeinflusst auf vorteilhafte Weise Hormone, die mit dem Immunsystem und Stressverhalten in Zusammenhang stehen.

Für die Studie untersuchten Forscher der University of California in Los Angeles das Blut von 95 Menschen auf bestimmte Hormone. Nach der Blutentnahme bekamen 65 der Probanden eine 15-minutige, moderate Oberkörper-Druckmassage. Die anderen 30 Studienteilnehmer mussten einfach nur stillsitzen (und bedauerten wahrscheinlich, dass sie nicht zu der anderen Gruppe gehörten). Nach der 15-minutigen Massage- bzw. Sitzperiode wurde allen Probanden wieder Blut entnommen.

Bei den Teilnehmern, die eine Massage bekommen hatten, war der Anteil des Hormons Oxytocin im Blut nach der Behandlung um durchschnittlich 17 % angestiegen. In der Nichtmassage-Gruppe sanken hingegen die Oxytocin-Werte um durchschnittlich 9 %. Oxytocin, das sogenannte Bindungs- oder Vertrauenshormon, soll gegen Angst und Depression helfen und emotionale zwischenmenschliche Bindungen verstärken. Zudem aktiviert es das Immunsystem. Dies könnte für Läufer bedeutend sein, weil die Forschung davon ausgeht, dass das Immunsystem noch bis zu 24 Stunden nach einem harten Tempolauf oder einem ungewöhnlich langen Lauf geschwächt ist.

Ein anderes Hormon, das die Forscher untersucht haben, war Adrenocorticotropin, auch bekannt als ACTH. Es verminderte sich in der Massage-Gruppe durchschnittlich um 6 % , während es in der Nichtmassage-Gruppe um 49 % anstieg. Da ACTH bei verschiedenen Formen von Stress (ausgelöst z.B. durch physische und psychische Überbelastungen) vermehrt ausgeschüttet wird und meist erhöhte Cortisolwerte nach sich zieht, bezeichnet man es auch als Stresshormon.

Die Studie kommt somit zu dem Fazit, dass eine moderate Druck-Massage am Tag nach einer besonders langen oder harten Trainingseinheit die Regeneration beschleunigen kann, indem sie die Ausschüttung des immunstärkenden Hormons Oxytocin unterstützt und zur Reduzierung des Stresshormons ACTH führt.