Keine Herzschädigung

Marathon schädigt das Herz nicht

Ein Marathonlauf verursacht keine akute oder chronische Schädigung des Herzmuskels bei herzgesunden Sportlern.

BMW Frankfurt-Marathon 2012

Keine Sorge beim Marathon: Bei herzgesunden Sportlern ist keine Schädigung des Herzmuskels zu befürchten.

Bild: Norbert Wilhelmi

In der Ausgabe 9/2011 der Deutschen Zeitschrift für Sportmedizin veröffentlichte der Potsdamer Privatdozent Dr. Jürgen Scharhag gemeinsam mit seinen Kollegen Knebel, Mayer und Kindermann eine Untersuchung von Marathonläufern. Ergebnis: Das Absolvieren eines Marathonlaufes schädigt das Sportlerherz durch Überlastung nicht.

Zwar stiegen aufgrund der Ausdauerbelastung die kardialen Biomarker Troponin und BNP an. Auf die Erhöhungen dieser Marker konnte aber bei einem Großteil herzgesunder Sportler nach Marathonläufen oder anderen erschöpfenden Ausdauerbelastungen ein rascher Abfall nachgewiesen werden. Daher geht man mittlerweile eher von einer physiologischen Reaktion aus als von einer krankhaften Ursache.

Kernspintomographisch können nach Marathonläufen kurzzeitige kardiale Funktionseinschränkungen nachgewiesen werden. Doch finden sich in den bisherigen Untersuchungen keine Anhaltspunkte für eine akute oder chronische Schädigung des Herzmuskels bei herzgesunden Sportlern durch Marathonlaufen. Trotzdem können insbesondere bei älteren Marathonläufern Herzerkrankungen wie eine unbekannte koronare Herzkrankheit oder Herzmuskelnekrosen oder -fibrosen vorliegen.

Insgesamt ist nicht von einer Schädigung eines gesunden und durch regelmäßiges Training an erschöpfende Ausdauerbelastungen angepassten Herzens auszugehen. Da ein Marathonlauf dennoch eine hohe kardiale Belastung darstellt, sind eine ausreichende Vorbereitungszeit sowie eine vorherige Gesundheitsuntersuchung zum Ausschluss relevanter angeborener oder erworbener Herz-Kreislauf-Erkrankungen aus sportkardiologischer Sicht zu empfehlen.