Studie beim Berlin-Marathon

Marathon kann auf die Nieren gehen

Berliner Forscher untersuchten 167 Teilnehmer des Berlin-Marathons. Über die Hälfte hatte nach dem Rennen eine beeinträchtigte Nierenfunktion, nach zwei Wochen waren die Werte aber wieder unbedenklich.

Berlin-Marathon 2012 Brandenburger-Tor

Auf Herz und Nieren untersuchten das Berliner Forscherteam 167 Läufer, die am Berlin-Marathon teilnahmen.

Bild: Norbert Wilhelmi

Ein Marathonlauf kann auf die Nieren gehen. Dies belegt eine aktuelle Studie, die auf der 79. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) in Mannheim von Dr. Bernd Hewing (Charité – Universitätsmedizin Berlin) vorgestellt wurde.

Mehr als 50 Prozent der vor und nach einem Marathon untersuchten Studienteilnehmer hatte nach der sportlichen Höchstleistung eine vorübergehend beeinträchtigte Nierenfunktion. Eine Beeinträchtigung der Herzfunktion ließ sich im Echokardiogramm, bei dem das Herz mit Ultraschallwellen untersucht wird, nicht feststellen.

Das Berliner Forscherteam untersuchte 167 Läufer, die am Berlin-Marathon teilnahmen. Ihr Altersdurchschnitt lag bei 50,3 Jahren, 53 Prozent waren Frauen, 47 Prozent Männer. Vor, unmittelbar nach dem Lauf und nochmals zwei Wochen später wurden die Probanden mittels Echokardiografie und Bluttests untersucht.

Herz: Anstieg von Markern, aber keine Beeinträchtigungen im Echokardiogramm

Direkt nach dem Marathonlauf zeigten jeweils mehr als ein Drittel der Teilnehmer erhöhte Blutwerte von Herz-Biomarkern, die eine Beeinträchtigung der Herzfunktion anzeigen können. Bei 34 Prozent wurde ein Anstieg des Hormons BNP festgestellt. BNP (Brain Natriuretic Peptide) spielt eine wichtige Rolle bei der Kontrolle des Wasserhaushalts und des Blutdrucks. Es wird vor allem in den Muskelzellen des Herzen gebildet. Erhöhte Werte können auf eine akute Herzschwäche hinweisen. Der cTnT-Wert stieg bei 37 Prozent der Teilnehmer an. Das cardiale Troponine T (cTnT) ist ein Eiweiß, das dem Muskel dabei hilft sich zusammenzuziehen und wieder zu entspannen. Es dient ebenfalls als Marker, mit dem man zum Beispiel einen Infarkt oder andere Herzmuskelerkrankungen nachweisen kann. Im Echokardiogramm konnten jedoch keine relevanten Herzmuskelstörungen bei den untersuchten Läufern bestätigt werden.

Nieren: Kurzfristige Schädigung direkt nach dem Marathon, unbedenkliche Werte zwei Wochen später

Zur Bestimmung der Nierenleistung wurde die Konzentration von Cystatin C im Blutserum gemessen. Cystatin C ist ein körpereigenes Protein. Der Cystatin-C-Wert zeigt, wie gut die Filtration der Nieren funktioniert. Bei 43 Prozent der untersuchten Marathonläufer ging der Cyastin-C-Wert um mehr als 25 Prozent zurück und bei 13 Prozent der Teilnehmer um mehr als 50 Prozent. Das entspricht den Stadien 2 und 3 einer akuten Nierenschädigung nach den RIFLE (Risk – Injury – Failure – Loss – ESRD) und AKIN (Acute Kidney Injury) Klassifikationen und bedeutet einen gering- bis mittelgradigen Funktionsverlust der Niere. Nach zwei Wochen waren die Nierenwerte jedoch wieder im unbedenklichen Bereich.

Quelle: Hewing et al., Inpact of endurance exercise on myocardial and renal function in a large cohort of elderly amateur runners. Abstract V846. Clin Res Cardiol 102, Suppl 1, 2013

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