Training

Liegen oder Gehen?

Werfen Sie sich nach einem harten Wettkampf gerne erschöpft auf den Boden? Keine gute Idee - damit schocken Sie Ihr Herz!

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Sich nach einem Wettkampf auf den Boden zu legen, ist nicht immer die beste Idee.

Bestimmt haben Sie dies auch schon gesehen, eventuell selbst erlebt: Im Ziel eines Wettkampfs schnappen viele Läufer nach Luft, beugen sich nach vorne, stützen sich auf ihren Beinen ab. Warum? Der Grund ist einfach: Sind Kopf und Herz auf gleicher Höhe, muss das Herz nicht so viel pumpen, um Ihrem Gehirn Blut zuzuführen wie bei einem aufgerichteten Körper. Das Vorbeugen ist also alles in allem eine sinnvolle Reaktion.

Oder gehören Sie zu den Läufern, die sich im Ziel so schnell wie möglich auf den Boden werfen? Keine gute Idee! Sie meinen zwar instinktiv, dass dies das Herz beruhigt, wissen aber nicht, dass Sie dieses damit nur schocken. Denn die (müden) Beine sind in der Bewegung eine Art passive Herzpumpen, die unter anderem auch helfen, dass das Blut zum Herzen gelangt. Legen Sie sich also erschöpft nieder, verliert Ihr Herz urplötzlich eine wichtige Unterstützung.

Das Fazit: Beugen Sie sich im Ziel eines Wettkampfs kurz nach vorne, stützen Sie sich solange auf Ihren Beinen ab, bis Sie wieder bei Atem sind, und gehen Sie anschließend langsam weiter.

Aktiv ist besser als passiv
Jetzt fragt sich so mancher ambitionierte Läufer: Hat diese Erkenntnis auch Aussagekraft für die Pausengestaltung bei einem Intervalltraining, bei dem sich hochintensive Laufbelastungen mit entprechenden Pausen abwechseln? Eine aktuelle wissenschaftliche Studie bringt Klarheit:

Spanische Wissenschaftler belasteten Sportstudenten auf Ergometern bis zur totalen Erschöpfung: vier Belastungseinheiten mit 120 Prozent der maximalen Sauerstoffaufnahmefähigkeit. In den 5-Minuten-Pausen zwischen den Belastungen radelten einige Probanden mit 20 Prozent der maximalen Sauerstoffaufnahmefähigkeit, andere stretchten, wieder andere legten sich auf den Boden.

Das Ergebnis: Die Studenten, die in den Pausen leicht weiterradelten, waren in den folgenden Belastungen 13 Prozent leistungsfähiger als diejenigen, die sich abgelegt hatten, und neun Prozent besser als die, die stretchten. Die Testpersonen, die sich „aktiv“ erholten, waren in den Folgebelastungen einfach in der Lage, mehr Sauerstoff aufzunehmen als die anderen Probanden und konnten somit auch intensiver weiterfahren.

Für ein intensives Tempolauftraining bedeutet dies: Gehen oder laufen Sie in Pausen nach Tempoläufen langsam weiter, aber setzen oder legen Sie sich keinesfalls hin.

Hilfreiche Tipps zur Pausenlänge beim Intervalltraining finden Sie hier.