Kardiale Probleme

Leistungssportler sterben häufiger an Herzproblemen

Kardiale Probleme sind überdurchschnittlich häufig die Todesursache bei Leistungssportlern aus den Bereichen Leichtathletik, Radfahren und Schwerathletik.

Leistungssportler sterben häufiger an Herzproblemen

Leistungsportler in den Sportarten Leichtathletik, Radfahren und Schwerathletik sterben überdurchschnittlich oft an Herzproblemen.

Bild: iStockphoto.com / edenexposed

Die Lebenserwartung von Leistungssportlern im hohen Alter stieg in den vergangenen beiden Jahrzehnten weniger rasch an als die Lebenserwartung für die Gesamtbevölkerung. Besonders Leichtathleten, Radfahrer und Schwerathleten sterben überdurchschnittlich oft an Herzproblemen. Das zeigt eine Studie der Justus-Liebig-Universität Gießen, die auf der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie-, Herz- und Kreislaufforschung (DGK) in Mannheim vorgestellt wurde.

Für die Studie untersuchten die Wissenschaftler die Lebensprofile von deutschen Olympiateilnehmern, in 54 Fällen anhand der bekannten Todesursache. Beim Tod durch kardiale Ursachen dominierten Sportler der Sportarten Leichtathletik, Radfahren und Schwerathletik mit 63,5 Prozent der Fälle. Die Lebenserwartung dieser Gruppe lag nach Angaben der Wissenschaftler in den Jahren 2000 bis 2011 bei nur 70,4 Jahren. Die Werte für Ruderer, Kanuten, Schwimmer und Turner lagen im selben Zeitraum bei 82,6 Jahren und in der Gesamtbevölkerung bei 76,2 Jahren.

„Tod durch kardiale Ursachen trägt überdurchschnittlich zum Versterben von Leistungssportlern aus dopingverdächtigen Sportarten bei“, erklärt Prof. Dr. Klaus-Dieter Schlüter vom Physiologischen Institut der Justus-Liebig-Universität Gießen. Dies führe insgesamt zu einer geringeren Gesamtlebenserwartung dieser Gruppe. „Dagegen gab es keine direkten Hinweise auf einen negativen Einfluss von hoher sportlicher Aktivität in der Adoleszenz auf die altersbedingten Veränderungen des Herzens.“