Sport ist gesund

Laufen in der Schwangerschaft ohne Risiko für das Kind

Gesunde Frauen können und sollten während einer Schwangerschaft weiter trainieren. Dem ungeborenen Kind schadet die körperliche Anstrengung der Mutter nicht.

Laufen in der Schwangerschaft

Die Studie bestätigt die geltenden US-Leitlinien, die Schwangeren zu fünf mal 30 Minuten Sport in der Woche raten.

Bild: iStockphoto.com/RapidEye

Viele Schwangere sind unsicher, ob sie während der Schwangerschaft Sport treiben sollten. Es wird befürchtet, dass das Ungeborene nicht genügend Sauerstoff erhält, wenn die sportliche Aktivität bei der Mutter den Bedarf ansteigen lässt. US-amerikanische Wissenschaftler belegen aufs Neue, dass die früheren Empfehlungen zur sportlichen Zurückhaltung während der Schwangerschaft falsch sind.

Auf eine entsprechende Studie aus den USA hat jetzt die Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM) hingewiesen. Mittels Doppler-Ultraschall hatten Linda Szymanski und Andrew Satin von der Johns Hopkins Universität in Baltimore den Blutfluss in der Nabelschnur von 45 ungeborenen Kindern bestimmt, nachdem die Schwangeren für 30 Minuten auf dem Laufband trainiert hatten.

Bei einer mittleren Belastung von 40 bis 59 Prozent des maximalen Pulsschlags – dieser wurde für jede Schwangere zuvor auf dem Laufband ermittelt – änderte sich das Blutflussverhalten in der Nabelschnur nicht. „Auch bei Frauen, die vorher keinen Sport getrieben hatten, kam es nicht zu Störungen in der Sauerstoffversorgung des Fötus“, berichtet Frau Professor Dr. med. Annegret Geipel, Leiterin der Abteilung für Geburtshilfe und Pränatale Medizin am Universitätsklinikum Bonn und Vorstandsmitglied der DEGUM.

Die Studie bestätigt die geltenden US-Leitlinien, die Schwangeren zu fünf mal 30 Minuten Sport in der Woche raten. „Auch nicht-trainierte Frauen sind ausdrücklich zur Aufnahme sportlicher Aktivitäten aufgefordert“, sagt Professor Geipel. Wer regelmäßig schwimme, Rad fahre oder walke, vermeide eine übermäßige Gewichtszunahme in der Schwangerschaft und senke das Risiko für Schwangerschaftsdiabetes.

Diese Empfehlungen gelten allerdings nur für gesunde Frauen mit normalem Schwangerschaftsverlauf. Alle Teilnehmerinnen der Studie waren gesund, schlank und rauchten nicht. Bei Mehrlingsschwangerschaften, vorausgegangenen Frühgeburten, einer Gebärmutterhalsschwäche oder anderen Schwangerschaftsstörungen sollten Frauen zunächst ihren Gynäkologen konsultieren. Zudem sollten Schwangere nur Sportarten mit geringem Verletzungsrisiko betreiben. Sportarten wie Skifahren, Reiten, Hockey oder Tauchen sind während der Schwangerschaft tabu.