Interview

Laufen gegen Depressionen

Laufen und Depression

Bild: Gerd Altmann / pixelio.de

Wann ist ein Stimmungstief eine Depression?

Dr. Claas-Hinrich Lammers: Erst, wenn eine depressive Verstimmung länger als zwei Wochen dauert – durchgehend – dann kann man von einer Depression sprechen. Fühlt man sich mal zwei Tage schlecht, dann nicht. Wenn eine Freundin zwei Abende hintereinander im Restaurant in Tränen ausbricht, dann ist das noch kein Anzeichen für eine Depression, vielleicht hat sie eine Trennung hinter sich.

Wo liegt die Grenze?

Dr. Claas-Hinrich Lammers: Wenn die Freundin keinen konkreten Grund hat, sich depressiv zu fühlen und sagt, "ich weiß auch nicht, was mit mir los ist. Seit drei, vier Wochen sehe ich alles nur noch schwarz, bei mir im Leben ist eigentlich gar nichts besonderes passiert, ich habe einfach keine Lust mehr zu essen, ich habe an nichts mehr Freude", dann ist das schon eine richtige Depression.

Gibt es bestimmte Merkmale für eine Depression?

Dr. Claas-Hinrich Lammers: Niedergeschlagenheit, Antriebsarmut und Lustlosigkeit gehören dazu. Wenn man noch arbeiten kann und niemand sagt "Mensch du bist ja völlig anders", dann spricht man von einer leichten Depression. Bei einer schweren Depression hingegen kommen die Betroffenen nicht mehr aus dem Bett.

Wo genau liegen die Unterschiede bei Depressionen zwischen Männern und Frauen?

Nur bei einer Depression im Rahmen einer manisch-depressiven Erkrankung (Bipolare Störung) gibt es keine relevanten Häufigkeitsunterschiede zwischen Männern und Frauen.

Wie alt sind die Betroffenen, wenn eine Depression das erste Mal auftritt?

Dr. Claas-Hinrich Lammers: Zwischen 25 und 35 Jahren ist ein ganz typisches Alter in dem Menschen zum ersten Mal eine Depression erleben. Manche leiden aber auch schon sehr früh darunter, mit 17, 18 oder 19 Jahren.


(Weitere Infos zum Thema: www.buendnis-depressionen, www.deutsche-depressionshilfe.de)

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Was löst eine Depression aus?