Laufen gegen Stress

Läufer sind kreativer

Die innere Ruhe

Die innere Ruhe zu finden hilft beim Stressabbau.

Bild: Bodo Schmitt / pixelio.de

Auch die geistigen Abwehrkräfte lassen sich wieder aufbauen. Erwiesen ist, dass die täglich anfallenden Stresshormone – Adrenalin und Cortisol – vom Körper schneller abgebaut werden. Hierbei helfen natürlich auch Relaxprogramme wie autogenes Training, Bio- und Neurofeedback, progressive Muskelrelaxation, Yoga und Meditation.

Erforscht wurde auch, dass durch gleichmäßige Laufbelastung in bestimmten Hirnarealen die Blut- und Sauerstoffzufuhr um bis zu ein Drittel zunimmt. Die Zahl junger Nervenzellen im Hippocampus erhöht sich. Beides verbessert die Gedächtnisleistung, der Kopf wird wacher, aufnahmefähiger und klarer. Zudem schütten die Nervenzellen vermehrt Endorphine aus, was stimmungsaufhellend wirkt – ein Effekt der sich nach dem Training allerdings wieder normalisiert. Außerdem kommt es zu einem messbaren Anstieg des Adrenocorticotropen Hormons (ACTH). Dieses wird in Fachkreisen als unverzichtbares Kreativitätshormon für Kopfarbeiter bezeichnet und gilt als einzige bisher bekannte Substanz, die in der Lage ist, Fettablagerungen zwischen den Gehirnzellen wieder aufzulösen, und so unseren Gedankenstrom zu verbessern und beschleunigen.

Selbstwertgefühl gegen Stress

Wir können also nicht nur klarer sehen, logischer denken, besser Probleme lösen. Auch über Atmung und Lunge lassen sich gute Entspannungsergebnisse erfahren – schließlich lässt sich mit der Atmung der Puls gut steuern: Wer es schafft, länger aus- als einzuatmen, bewirkt damit, dass der Puls zurückgeht. Beim Laufen funktioniert das prima, und jemand der sehr gestresst ist, kann auf diese Weise gut „runterkommen“.

Und noch etwas wird durch regelmäßiges Laufen erreicht: Wie in neueren Studien immer wieder überprüft und belegt wurde, bauen Läufer Ressourcen auf, die vorher nicht da waren. „Daraus folgt“, so die Kölner Psychologin Marion Sulprizio, „dass die Person vom eigenen Wert überzeugt ist, von der Fähigkeit, etwas für sich zu tun und den eigenen Körper und Geist unter Kontrolle zu haben. Das steigert ganz klar den Selbstwert.“ Willkommener Nebeneffekt: Es wird quasi eine Stresskontrolle erreicht, durch die sich auch Defizite oder stressige (Arbeits-)Situationen ausgleichen lassen, wenn etwa der Chef Kritik übt oder die Kollegen mobben. Laufen in einem Lauftreff oder einer Trainingsgruppe hat laut Sulprizio zudem den mittelbaren Effekt neuer sozialer Netzwerke. Mit den Laufkollegen können Probleme beim Laufen besprochen – und einfacher gelöst werden.

Von welcher Seite man es auch betrachtet – ob es am tiefen, gleichmäßigen Atmen liegt, an der Monotonie der Bewegung, dem Gemeinschaftserlebnis, der frischen Luft oder an allem zusammen: Laufen ist eine der effektivsten Physio- und Psychotherapien.

Weiterlesen

Seite 3 von 8
Lesen Sie auf der nächsten Seite:
Vier Relax-Programme