Neue Studie

Läufer sind erfolgreicher im Job

Wer körperlich fit ist, bleibt im stressigen Arbeitsalltag leichter in Balance - das ist nichts Neues. Eine Studie hat aber nun die Gründe dafür ermittelt.

Erfolg auf dem Arbeitsmarkt

Sportlich fitte Menschen nehmen jedes Hindernis im Job mit Bravour.

Bild: iStockphoto.com/viafilms

Sie haben einen stressigen Job? Kein Problem – sofern Sie regelmäßig laufen. Forscher der TU Dortmund haben in einer Studie mit über 800 Probanden einen interessanten stoffwechselbedingten Effekt des Ausdauersports festgestellt, der erklärt, weshalb sportliche Arbeitnehmer besser mit Stress klarkommen.

Bessere Versorgung des Körpers durch Laufen

Ständig müde mittags? Wollen Sie nachmittags am liebsten Ihren Kopf auf die Tastatur legen? Da hilft kein Kaffee und erst recht keine Schokolade. Der Energiekick heißt Laufen. Über den Tag verteilt befindet sich der Blutzuckerspiegel in einer ständigen Berg- und Talfahrt. Das muss so nicht sein. Die Versorgung des Körpers mit ausreichend Nährstoffen wird durch Laufen erhöht. Um effektiv und konzentriert zu arbeiten, braucht der Körper ausreichend Energie in Form von Glukose, die aber leider nur begrenzt zur Verfügung steht. Ist der Körper durch regelmäßigen Sport in einer guten Verfassung, wird Zucker effizienter in die Zellen transportiert.

Neben diesen körperlichen Abläufen sorgt Sport aber auch auf emotionaler Seite für positive Begleiterscheinungen. Tagtäglich muss man sich im Job selbst disziplinieren: Der Kunde muss trotz großem Widerwillen freundlich behandelt werden. Dem eigenen Bedürfnis nach einer halbe Stunde Mittagsschlaf muss widersprochen werden. Lästige Pflichtaufgaben müssen zeitnah erledigt werden. Jeder kann davon ein Lied singen. Diese ständige Disziplinierung und Züchtigung der eigenen Person zehrt an den Kräften und kann zu Burnout führen.

Problemlösung durch Laufen

In Dortmund haben die Wissenschaftler nachgewiesen, dass körperliche Fitness als eine Art Puffer zwischen dieser Selbstdisziplin und psychischer Belastung fungieren kann. Das Studienergebnis zeigt, dass körperlich fitte Menschen leichter ihre Emotionen und ihr Verhalten entsprechend den beruflichen Anforderungen regulieren können. Bewegungsmuffeln fällt dies nicht so leicht. Warum ist das so? Zum einen kann ich durch Laufen mal richtig loslassen. Mich frei laufen. Die Fesseln der höflichen Arbeitswelt sprengen und körperlich die Sau raus lassen. Zum anderen erleidet durch die bessere Versorgung mit Nährstoffen der fittere Körper deutlich weniger Stress als der unfitte Körper mit seiner häufigen Unterversorgung. Die Summe an jobbedingten und körpereigenen Stress ist insgesamt niedriger.

„Wer fit ist, kann psychischen Belastungen und Erkrankungen durch zu viel Stress während der Arbeit vorbeugen“, sagt Wladislaw Rivkin, Wissenschaftler an der TU Dortmund. „Gerade in Berufen, die täglich ein hohes Maß an Selbstdisziplin erfordern, könnten Sportangebote präventiv eingesetzt werden, um Überbelastung zu vermeiden.“

Mehr zur Studie der TU Dortmund finden Sie beim Leibniz-Instituts für Arbeitsforschung an der TU Dortmund (IfADo) .

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