Über die Ferse

Die richtige Gangart

Mit der Ferse aufzutreten erweist sich als überaus energiesparende Art der Fortbewegung - beim Gehen, nicht beim Laufen!

Gang über die Ferse energiesparend

Beim Laufen bringt die speziell menschliche Gangart über die Ferse keinen Vorteil, wohl aber beim Gehen.

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Der Mensch ist ein geborener Langstreckenläufer: Lange Beine erlauben große Schritte. Die Fähigkeit, stark zu schwitzen, schützt zuver­lässig vor Überhitzung. Nur dass wir gewöhnlich mit der Ferse auftreten, passt nicht recht ins Bild: Andere Säugetiere, die als flinke Läufer bekannt sind, berühren den Boden nur mit den Zehen.

Beim Laufen bringt die spezifisch menschliche Gangart tatsächlich keinen Vorteil. Anders sieht’s beim Gehen aus, wie Forscher der University of Utah in Salt Lake City entdeckten. Sie schickten elf junge Leute auf ein Laufband und untersuchten den Bewegungsablauf und Energie­bedarf beim Laufen und beim Gehen.

Das Ergebnis veröffentlichten sie in „The Journal of Experimental Biology“: Beim Laufen gab es keinen großen Unter­schied zwischen Vorfuß- und Fersen­aufsatz. Erst wenn die Probanden ihr Tempo drosselten und gingen, traten Unterschiede zutage: Wer dabei statt mit der Ferse mit dem Mittelfuß aufsetzt, verbraucht bei gleicher Geschwindigkeit rund 50 Prozent mehr Energie. Damit ist diese Gangart kaum weniger anstrengend, als auf Zehenspitzen zu gehen. Mit der Ferse aufzutreten und den Fuß über die Ballen abzurollen erweist sich demgegenüber als bemerkenswert sparsame Art der Fortbewegung.