Laufen gegen Stress

Die richtige Belastung bringt Entlastung

Was also tun, um negativen Stress abzubauen und das gewünschte körperliche und seelische Gleichgewicht wiederherzustellen? Die einfachste und billigste Lösung: aktiv werden und regelrecht ins langsame, ausdauernde und gesundheitsorientierte Laufen investieren. Wissenschaftlich erwiesen ist: Laufen ist segensreich für den ganzen Organismus, Balsam für die Seele. Es lässt die Belastbarkeit, Stresstoleranz und Lebenslust insgesamt steigen. Batterien lassen sich wieder aufladen. Und: Wer zu laufen beginnt, erfährt schnell, dass Laufen nicht Anstrengung bedeuten muss, sondern Freude und Spaß bringt.

Investieren Sie in gesundheitsorientiertes Laufen und steigern Sie dadurch Ihre Stresstoleranz.

Bild: Christoph Aron / pixelio.de

Fest steht, dass Laufen ohne muskulären Kraftaufwand und muskuläre Anspannung nicht möglich ist. Ist es dann nicht geradezu paradox, Stress mit Laufen ausgleichen zu wollen? Nein, regelmäßige Läufer können bestätigen: Nach dem Warmlaufen, wenn der Takt des Laufens gefunden ist, der Atemrhythmus den Gleichklang von Körper und Seele steuert, die Gedanken an Schwere verlieren, wird Entspannung erlebt.

„Bei der Entspannung durch Laufen scheinen zwei Faktoren zusammenzuspielen“, erklärt Professor Alexander Weber. Der Pädagoge und Psychologe ist bekannt als „Laufprofessor“, Mitbegründer des Deutschen Lauftherapiezentrums und Entwickler der Lauftherapie nach dem Paderborner Modell: „Zum einen die Ablenkung von erregenden Störreizen – so genannten ,Stressoren‘, die uns im Alltag nerven. Zum anderen die Erwartung der auf die körperliche Anspannung folgenden Entspannung, die wie von allein eintritt. Wenn nicht schon vorher, erlebt sie jeder Läufer spätestens unter der Dusche.“ Zu den physiologischen Begleiterscheinungen des Zur-Ruhe-Kommens und damit der Entspannungsreaktion gehören die Senkung des Blutdrucks und der Herzfrequenz, eine Verlangsamung der Atmung und damit ein geringerer Sauerstoffverbrauch, aber auch eine Verlangsamung der Gehirnwellen.

Überzeugt von der entspannenden Wirkung ist auch Professor Klaus-Michael Braumann, Leiter des Instituts für Bewegungsmedizin in Hamburg: „Laufen funktioniert wie Valium, es ist nur gesünder. Wenn ihr Körper müde ist, kann ihnen der Stress in ihrem Kopf nichts mehr anhaben. Laufen ist eine der wirksamsten Therapien bei psychosomatischen Störungen.“ Es sind vor allem die Selbstheilungskräfte des Körpers, die durch Bewegung, durch Laufen auf den Plan gerufen werden: So ist heute bekannt, dass Laufen dabei hilft, das Immunsystem zu stärken. Schon vor Jahrzehnten wies etwa der Immunbiologe Professor Gerhard Uhlenbruck aus Köln nach, dass moderater Ausdauersport die Abwehrkraft von Patienten stärkt – unter anderem, weil die Produktion von natürlichen Killerzellen auffällig zunimmt und ihre Funktionstüchtigkeit verbessert wird. Der sportliche Muskel wird zur Immunfabrik, er bildet Interleukine (körpereigene Botenstoffe der Zellen des Immunsystems), fördert Stoffwechsel und Fettabbau und schützt Gefäße.

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