Erkenntnis Nr. 3

Die Endbeschleunigung beim langen Lauf

Erfüllt der lange Lauf in der Marathonvorbereitung auch ohne Endbeschleunigung seinen Zweck?

Wie läuft man ihn nun: den langen Lauf?

Wie läuft man ihn nun: den langen Lauf?

Bild: istockphoto.com/csundahl

Man könnte meinen, dass die Erfolge der afrikanischen Läufer das Lauftraining revolutioniert hätten. Doch das ist nicht der Fall. Die von europäischen Trainern wie Brother Colm O’Connell oder Renato Canova entwickelten Trainingsmethoden, die dahinterstecken, sind altbekannt. „Die schnellsten Marathonläufer von heute trainieren nicht anders, als man es früher getan hat, nur härter“, sagt der italienische Arzt, Trainer und Manager Gabriele Rosa, der einst Paul Tergat zum besten Langstreckler der Welt machte. „Dazu gehört, dass sie bei den langen ­Läufen in der Marathonvorbereitung das Tempo nach hinten raus stark anziehen.“

Aber bringt das nun auch für Freizeitathleten etwas? – „Nein, tut es nicht“, sagt Amby Burfoot, Laufjournalist und Boston-Marathon-Sieger, der mangels aus­sage­kräftiger wissenschaftlicher Studien zum Thema die moderne Trainingsliteratur unter die Lupe genommen hat. Dabei stellte er fest, dass Läuferinnen und Läufern, die ihren Fettstoffwechsel noch nicht ausreichend trainiert haben, um mühelos über die 30-Kilometer-Marke hinwegzukommen, von nahezu allen Experten empfohlen wird, dies beim langen Lauf im langsamen Tempo erst einmal zu üben. „Ein langer Lauf mit Endbeschleunigung ist nur etwas für Topathleten“, fasst Burfoot zusammen. „Weltklasseläufer versuchen oft, über eine allmähliche Steigerung des Trainingsreizes Kompensationseffekte auszulösen, die für normale Menschen gesundheitsschädigend wären. Oft wird das Risiko einer Überlastung sogar bewusst in Kauf genommen, nur um eine möglichst hohe Leistungs­fähigkeit zu erzielen. Nur unter solchen ­Voraussetzungen könne auch die inten­sivierte Entleerung der Energiespeicher durch ein hohes Endtempo sinnvoll sein.“

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