Jeder Zweite wöchentlich aktiv

Deutsche treiben immer mehr Sport

Immer mehr Deutsche leiden unter Übergewicht, Diabetes und Depressionen. Studienergebnisse zeigen aber auch, dass die Deutschen deutlich mehr Sport als noch vor 14 Jahren treiben.

Deutsche treiben immer mehr Sport

Jeder zweite Deutsche ist mindestens einmal in der Woche aktiv.

Bild: iStockphoto.com / gbh007

In einer der größten Studien dieser Art hat das Robert Koch-Institut (RKI) die Gesundheit der Deutschen seit 1998 unter die Lupe genommen. Zu den rund 3.000 Freiwilligen, die bereits 1998 an der BGS98 teilgenommen hatten, kamen bei einer neuen Befragung im November 2008 noch weitere 4.000 Teilnehmer hinzu. So wurden bis Januar 2012 mehr als 7.000 Erwachsene zwischen 18 und 91 Jahren vermessen, gewogen, untersucht und mehrfach befragt. Die ersten Ergebnisse des Gesundheitsreports sind ernüchternd.

Beim Anteil der Übergewichtigen (67,1 Prozent bei Männern, 53,0 Prozent bei Frauen) gab es keine großen Veränderungen gegenüber 1998. Bei Adipositas ist dagegen ein deutlicher Anstieg zu beobachten, vor allem bei Männern (von 18,9 auf 23,3 Prozent), bei Frauen ist der Anteil nur leicht gestiegen (von 22,5 auf 23,9 Prozent). „Besorgniserregend ist, dass sich die Gruppe der Adipösen insbesondere im jungen Erwachsenenalter weiter vergrößert hat“, meint Bärbel-Maria Kurth, im RKI Leiterin der Abteilung für Epidemiologie und Gesundheitsberichterstattung.

Die Folgen des Übergewichts werden mit der Zunahme der zuckerkranken Deutschen offensichtlich. So ist auch die Zahl der Diabetiker gestiegen: 7,2 Prozent der Bevölkerung haben einen diagnostizierten Diabetes-Typ, was gegenüber 1998 einen Anstieg um zwei Prozent bedeutet. Eigentlich sind es sogar fast 9 Prozent, denn bei weiteren zwei Prozent, wurde der Diabetes erst im Rahmen der Studie aufgedeckt.

Besorgniserregend sind auch die Ergebnisse zu psychischen Erkrankungen, von Stress über Schlafstörungen bis hin zu Depressionen und Burnout. 8,1 Prozent der Teilnehmer berichteten von aktuellen Symptomen einer Depression. Die Wahrscheinlichkeit war dabei unter den 18- bis 29-Jährigen mit fast zehn Prozent am höchsten. Dagegen war die Diagnose Burnout eher im Alter ansteigend und besonders bei Menschen mit hohem sozioökonomischem Status festzustellen.

Einziger Lichtblick der bisher ausgewerteten Daten: Die Deutschen treiben deutlich mehr Sport als noch vor 14 Jahren. Die Ergebnisse zeigen, dass 51,7 Prozent der Männer und 49,5 Prozent der Frauen regelmäßig mindestens einmal pro Woche sportlich aktiv sind. Der Anteil der sportlich Aktiven ist seit 1998 besonders bei Frauen deutlich gestiegen (um 14,1 Prozentpunkte bei Männern, um 16,0 Prozentpunkte bei Frauen). Allerdings erreichen nur 25,4 Prozent der Männer und 15,5 Prozent der Frauen die von der WHO empfohlene körperliche Mindestaktivitätszeit von 2,5 Stunden pro Woche.