DAS RUNNER'S HIGH

Ausschüttung beim Laufen

Beim langsam Laufen werden nach rund einer Stunde erhöhte Endorphin-Konzentrationen gemessen, beim schnellen Laufen eher.

Gute Laune beim Laufen

Die Erhöhung der Endorphinkonzentration sorgt dafür, dass wir uns bei und nach dem Laufen wohlfühlen.

Bild: Urs Weber

Auch beim Laufen werden Endorphine freigesetzt. Vielleicht sind auch Sie bereits einmal in die Regionen vorgestoßen, die man als „Runner‘s High“ bezeichnet. Bei langsamem Lauftempo kommt es nämlich nach etwa einer Stunde zu einer deutlichen Erhöhung der Endorphinkonzentration im Körper, die mit dem entsprechenden Wohlgefühl verbunden sein kann. Gut dokumentiert sind die Wirkungen der Endorphine beim Laufen durch Untersuchungen mit der Verabreichung eines Gegengiftes gegen das Morphin. Dieses Gegengift namens „Naloxon“ hemmt auch die Wirkung der Endorphine. Die angenehme Stimmung nach einem Dauerlauf ist sofort wie weggeblasen, wenn Naloxon verabreicht wird.

Das Wohlgefühl durch Endorphine entsteht jedoch nicht nur bei langsamen und langen Läufen. Vor allem kurze, intensive Läufe steigern deutlich die Endorphinbildung. Je höher die Übersäuerung ansteigt, desto höher steigt auch die Endorphinbildung an. Sie kennen sicherlich den Läufertyp, der nur Spaß am Training findet, wenn er nicht langsam läuft. Bei aller trainingsmethodischer Vernunft lässt sich bei einer solchen Lust am „Bolzen“ keine langfristige Leistungssteigerung erzielen. Eine solche „Freude am Untergang“, die fehlende Einsicht, wann es genug ist, könnte vielleicht im Zusammenhang mit der Endorphinwirkung stehen. Allerdings ist es der Wissenschaft bisher noch nicht gelungen, echte Beweise für das Vorhandensein einer solchen „Endorphinsucht“ zu finden. Für die geschilderte Trainingseinstellung könnten ebensogut psychosoziale Gründe die Ursache sein.

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