Mediziner unsportlich

Ärzte sind weniger fit als Durchschnittsbürger

Männliche Mediziner sind beim Thema Sport und Fitness kein Vorbild für ihre Patienten. Ihre körperliche Leistungsfähigkeit liegt unter dem Bevölkerungsdurchschnitt.

Ärzte sind weniger fit als Durchschnittsbürger

Kein gutes Vorbild: Mediziner sind weniger fit als Durchschnittsbürger.

Bild: iStockphoto.com / Yuri_Arcurs

Im Praxisalltag raten Ärzte ihren Patienten zu gesunder Ernährung und regelmäßigem Sport. Doch wie ist es um ihre eigene Fitness bestellt? Diese Frage untersuchte eine Studie, die vom Institut für Sport und Sportwissenschaft am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) durchgeführt wurde. Die Forscher unternahmen einen Fitnesstest an über 1.900 Medizinern zwischen 26 und 75 Jahren. Die Probanden wurden zu ihrer Gesundheit befragt und mussten eine 2.000 Meter lange ebene Strecke in möglichst kurzer Zeit mit forciertem Armeinsatz in einem Bereich von 80 bis 90 Prozent der maximalen Herzfrequenz absolvieren.

Das Ergebnis ist zumindest für die männlichen Mediziner wenig schmeichelhaft: Bezogen auf Geschwindigkeit, das Alter, den BMI und die Herzfrequenz lagen die Ärzte deutlich unter den Normwerten (92 Prozent der Norm), die Ärztinnen dagegen über der Norm (103 Prozent). Auch wenn man die Ergebnisse nach dem Alter aufschlüsselt, so zeigt sich, dass vor allem die 66- bis 75-jährigen Ärzte überdurchschnittlich schlecht und ihre gleichaltrigen Kolleginnen überdurchschnittlich gut abschnitten. Ein solches Ergebnis spiegle das allgemeine Gesundheitsverhalten von Mann und Frau in Deutschland, so Studienleiter Prof. Klaus Bös. Frauen seien insgesamt gesundheitsbewusster als Männer und holen besonders im Alter „hinsichtlich Aktivität und Fitness deutlich auf und überholen zum Teil sogar gleichaltrige Männer."

Dass Ärzte in puncto Fitness nach ihrem Studium so drastisch nachlassen, erklärte der Karlsruher Sportwissenschaftler mit der hohen Berufsbelastung von Akademikern, die wenig Zeit für körperliche Aktivität lasse, wodurch die Fitness auf Dauer leide. Er rät den Medizinern dennoch regelmäßigen Sport in ihren Alltag einzubauen. Allerdings ergab die Studie auch, dass Ärzte und Ärztinnen insgesamt gesünder sind, als die Allgemeinbevölkerung. Nur gut drei Prozent der Befragten gaben an, in den vergangenen sechs Monaten ernstlich krank gewesen zu sein, 73,8 Prozent nannten sich gänzlich frei von Beschwerden. „Gute Fitness ist ja nur ein Faktor für gute Gesundheit. Auch regelmäßige Vorsorge und gute Medikamenteneinstellung spielen ja eine ganz wesentliche Rolle. Ich gehe davon aus, dass hier Ärzte ihr Gesundheitswissen auch für sich gut nutzen", resümiert Bös und insofern seien die Ärzte ihren Patienten dann doch noch ein gutes Vorbild.

Quelle: Ärzte Zeitung, 01.05.2012

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