Besser laufen und gut fühlen

Achtung: Das Gehirn läuft mit

Was Ihnen beim Laufen durch den Kopf geht, trägt dazu bei, dass Sie besser laufen und sich danach gut fühlen.

Das Gehirn läuft mit

Das Gehirn arbeitet beim Laufen auf Hochtouren. Sie entscheiden, ob für oder gegen Sie.

Bild: Gerd Altmann / pixelio

Laufen ist die beste Power-Erholung: kein klingelndes Telefon, keine quen­gelnden Kinder, kein drängelnder Chef. Das bedeutet allerdings nicht, dass sich beim Laufen Leere breit macht im Kopf – im Gegenteil: So manches Problem löst sich wie von selbst, Projekte lassen sich sortieren und ein Gefühl der Entspannung stellt sich ein. „Beim Laufen werden Prozesse im Gehirn in Gang gesetzt, für die im normalen Alltag oft kein Platz ist“, meint der US-Verhaltensforscher James Brennan. Studien zeigen, dass Topläufer beim Laufen stark auf Laufstil, Tempo und Körpergefühl fokussiert sind.

Die Gedanken, die den Rest der Läuferschar beschäftigen, lassen sich grob in vier Themenfelder unterteilen: Pläne schmieden, Probleme lösen, Gedanken schweifen lassen und Frust abbauen. „Viele Menschen wechseln während des Laufs zwischen diesen Denkmustern hin und her“, sagt Michael Sachs, Professor für Bewegungslehre an der Temple University in Philadelphia. Jedes hat seine Vor- und Nachteile, und wenn Sie diese kennen, können Sie das Beste aus dem Training machen.

Denkmuster 1 – Pläne schmieden
Wenn Sabine Petrosius, 24, Einkäuferin für ein Ingenieursbüro in Villingen, morgens von ihrer Acht-Kilometer-Runde zurückkommt, weiß sie genau, wie sie den Tag gestalten wird. Bei einem Zehn-Stunden-Job und ehrenamtlichen Tätigkeiten am Abend sowie am Wochenende verschaffen ihr die morgendlichen Läufe die Gelegenheit, sich selbst zu organisieren. Das ist schön und gut, doch wenn das Denken in Plänen und Aufgaben überhandnimmt und so zur Belastung wird, geht es zu weit. Experten raten, sich dafür ein Zeitlimit zu setzen – rund 15 Minuten.

Denkmuster 2 – Probleme lösen
Andreas Milkereit ist ein 42 Jahre alter Netzwerktechniker aus Dresden. Oft sitzt er stundenlang an seinem Schreibtisch und zerbricht sich den Kopf, wo es im Datennetzwerk eines Kunden klemmt. Über Mittag läuft er 15 Kilometer. „Beim Laufen oder kurz danach fällt mir oft die Lösung ein“, sagt er. Kein Wunder: Beim Laufen lösen sich Denkblockaden, weil wir Kreativitätskiller wie Nervosität oder negative Gedanken unbewusst ausschalten. Dazu kommt, dass Laufen von der rechten Gehirnhälfte gesteuert wird. Die Wissenschaft sagt, dass wir den größten Teil des Tages die linke Gehirnhälfte beschäftigen (zum Beispiel mit Büroarbeit) und das Potenzial der rechten vernachlässigen.

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