Digitale Fotografie

So gelingt Ihnen das perfekte Läuferfoto

Hier erfahren Sie, wie Ihnen auch beim Laufen eindrucksvolle Landschaftsfotos und Porträts gelingen.

Welche Kamera eignet sich für Laufaufnahmen? Was für Einstellungen muss ich bei Verschlusszeit und ISO-Zahl wählen? Wann genau muss ich den Auslöser betätigen? Welche Perspektive ist bei Fotos von einzelnen Läufern oder ganzen Starterfeldern am günstigsten? Diese wichtigen Fragen beantworten unsere Experten aus der Redaktion von RUNNER´S WORLD und "Colorfoto".

Die Auswahl an digitalen Kameras ist groß, doch nicht jede eignet sich für Laufaufnahmen.

Bild: Walter Fey

- Motivauswahl: Suchen Sie sich markante Punkte, die den Charakter des Laufes widerspiegeln. Besser, Sie haben drei gute Fotos als sechs mittelmäßige.

- Gestalten Sie Ihr Foto: Ein typischer Fehler ist, dass das Foto nett ist, aber auch langweilig; man sieht z. B. Berge und viel Gegend. Besser ist es, wenn das Auge verschiedene Anhaltspunkte hat, aus denen sich der Betrachter ein Szenario ausmalt, z. B. Bergspitze im Hintergrund, Läufer links, Berghütte rechts im Bild. So kann das Auge über das Foto wandern, Vorder- und Hintergrund sind aufgeteilt, es gibt eine Perspektive.

- Für Laufaufnahmen und um Bewegungsunschärfen zu vermeiden mit möglichst kurzen Verschlusszeiten arbeiten (1/250 und kürzer). Dazu sollte das Motivprogramm „Sport” bei der Kamera eingestellt sein, oder man wählt die Verschlusszeit vor (Programm: Blendenautomatik).

- Blende: Eine kleinere Blende (mit einem höheren Blendenwert, z.B. 11, 16, 22) gibt mehr Tiefenschärfe, eignet sich meist besser, erfordert aber auch bessere Lichtverhältnisse. Gute Voraussetzungen schafft eine lichtstarke Optik (Objektiv), mit einer niedrigen Brennweite.

- ISO-Zahl: Wollen Sie später Ihre Fotos ausdrucken, sollten Sie die ISO-Zahl zwischen 50 und 200, maximal 400 wählen.

- Wird ein ganzes Läuferfeld fotografiert, z. B. beim Start oder beim Vorbeilaufen, sollte man auf eine Perspektive in dem Foto achten: man sollte sehen, wo die Läufer herkommen oder wo sie hinlaufen, der Blick kann dann über das Foto wandern.

- Fotos von einzelnen Läufern sind auch Glückssache: es gibt Phasen, in denen ein Läufer nicht vorteilhaft aussieht, z.B. die Stützphase, da sehen Läufer bisweilen aus, als sackten sie in sich zusammen. In der Abstoß- oder Streckphase hingegen ergibt sich ein dynamischeres Bild. Da man diesen Moment beim Fotografieren kaum abpassen kann, sollte man mehrere Fotos hintereinander schießen, wenn die Kamera diese Funktion besitzt.

- Beim Fotografieren eines einzelnen Läufers oder einer kleineren Läufergruppe empfiehlt es sich meistens, niederzuknien, die Kamera etwa auf Hüfthöhe der Läufer zu halten: Dies schafft eine gleichmäßigere Perspektive, die Beine wirken länger.

- Wenn Sie einen bestimmten Läufer fotografieren möchten, z.B. den Partner beim Citylauf, sollten Sie den Bildausschnitt bereits vorab festlegen: Den Ausschnitt wählen (eventuell zoomen) und bereits auf einen markanten Punkt scharfstellen/fokussieren - bei Autofokus-Kameras ist meist ein Autofokusspeicher eingebaut (leichtes Herunterdrücken des Auslösers). Dann warten bis sich der Läufer an dem markanten Punkt befindet (z.B. Ast auf dem Weg) und Auslöser durchdrücken.

- Probieren Sie vorher aus, wie viel Vorlauf Sie wegen der „Auslöseverzögerung“ brauchen: Die Kamera löst nämlich erst später aus als Sie abdrücken. Sie müssen also abdrücken, bevor der Läufer an der Stelle ist, wo Sie ihn fotografieren wollen.

- Digitalkameras haben gerade bei Sportaufnahmen den Vorteil, dass Sie den hohen Ausschuss unbrauchbarer Fotos einfach löschen können, es entstehen keine Kosten.

- Beim Laufen ergeben sich Fotosituationen oft momentartig oder sehr spontan. Die Kamera sollte sofort schussbereit sein, einen schnellen Autofokus und eine kurze Auslöseverzögerung haben.

- Die Stromversorgung über einen Akku ist meist empfindlicher, er ist anfälliger gegen Kälte und Feuchtigkeit und macht schneller schlapp als Batterien.